Monheim: Dämmen für ein besseres Klima

Monheim : Dämmen für ein besseres Klima

Der Stadtrat verabschiedet das Gesamtkonzept in seiner Sitzung am 20. Februar.

Die Stadt Monheim hat sich für den Klimaschutz breit aufgestellt und will bis 2030 den Ausstoß von Kohlendioxid um 20 Prozent senken. Das ist das erklärte Ziel des Klimaschutzkonzeptes, betonte Bürgermeister Daniel Zimmermann.

Im Oktober 2012 gab die Verwaltung dafür auf einem "Klimagipfel" mit Moderator Jean Pütz den Startschuss. In Workshops wurden auch die Bürger eingebunden. Dabei weckte das Thema "Sanieren im Bestand" das größte Interesse in der Öffentlichkeit, erklärte das von Anfang an eingebundene Gutachterbüro infas enermetric. Nach der Vorberatung gestern im Haupt - und Finanzausschuss muss nun der Rat am 20. Februar die endgültige Entscheidung über die 180 Seiten starke Ausarbeitung treffen. Insgesamt umfasst das Konzept von infas enermetric aus Greven 37 Maßnahmen. Sie erstrecken sich auf insgesamt vier Handlungsfelder.

Altbauten sanieren Zunächst ist geplant, die Eigentümer älterer Häuser über eine energetische Sanierung zu beraten, um den Energieverbrauch zu reduzieren. Gezielt für das Berliner Viertel schlägt die Verwaltung ein komplexes Sanierungskonzept vor. Ein entsprechendes Angebot wurde bei der Deutschen Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (DSK) bereits angefordert.

Die Kosten für das Konzept sollen zu zwei Dritteln aus Fördermitteln bezahlt werden. In den mehrgeschossigen Häusern und Wohnblocks, die in den 1960er und 1970er Jahren im Stadtsüden gebaut worden sind, leben rund ein Viertel der Monheimer. Der Bestand sei schlecht isoliert und kaum gedämmt, so dass sich aus Sicht der Verwaltung dort ein hohes Einsparpotenzial ergibt. Die energetische Sanierung sei außerdem einer der Bausteine, das Viertel insgesamt aufzuwerten. Ideen, für die die LEG ein offenes Ohr hat, auch wenn es dort bereits in Ansätzen schon energetische Maßnahmen gibt, wie Sprecher Mischa Lenz mitteilte. Bereits vor einigen Jahren seien 56 Wohnungen an Brandenburger Allee, Spanndauer Straße und Weddinger Straße mit einer Wärmedämmung und einer Keramikfassade ausgestattet worden. 2013 ließ die LEG 40 Wohnungen am Berliner Ring und am Lankwitzer Weg komplett mit einer Wärmedämmung versehen (Dachdämmung, dreifachverglaste Isolierfenster, Wärmedämmfassade, Kellerdeckendämmung). "In diesem Jahr werden wir weitere 44 Wohnungen am Berliner Ring und der Lichtenberger Straße mit denselben Maßnahmen wie schon im vergangenen Jahr energetisch ertüchtigen", verspricht Lenz. Die LEG habe in den vergangenen sieben Jahren rund 660 Millionen Euro in den Bestand investiert.

Erneuerbare Energien Neue Wohngebiete wie die geplante Siedlung in Baumberg-Ost eigneten sich besonders gut für die Nutzung regenerativer Energien. Erste Vorgespräche mit der Mega fanden bereits statt.

Verkehr und Mobilität Der innerstädtische Radverkehr soll gefördert und der öffentliche Nahverkehr ausgebaut werden, um den Kohlendioxidausstoß zu vermindern. Monheim möchte in die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Städte aufgenommen werden und plant ein Radverkehrskonzept.

Öffentlichkeitsarbeit Der Klimaschutz soll möglichst oft Thema sein, um immer mehr Bürger zu motivieren, sich zu beteiligen.

Klimaschutzbeauftragter Ein Klimaschutzbeauftragter wird diese Maßnahmen koordinieren. Er soll für drei Jahre befristet eingestellt werden. Mit den vorhandenen Mitarbeitern lasse sich dies nicht stemmen, so das Fazit. Die gute Nachricht: Für eine solche Stelle können Fördergelder des Bundesministeriums für Umwelt und Naturschutz abgerufen werden. Das Ministerium übernimmt 65 Prozent der anfallenden Personalkosten. Die Stadt trägt ein Drittel. Weitere Gelder ließen sich mit einem Klimaschutz-"Leitprojekt" abdecken, so die Verwaltung. Dafür übernehme der Bund wiederum 50 Prozent. Ein Antrag könne jederzeit gestellt werden.

(RP)