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Coronavirus: Zwei Covid-19-Infizierte in Langenfeld - Stadtfest abgesagt

Langenfeld/Monheim : Zwei Coronakranke und weitere Absagen

In Langenfeld fallen Stadtfest mit Kirmes und Trödelmärkte aus. In Monheim gibt es vorerst keine Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern.

Auch in Langenfeld sind jetzt zwei Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Nach Angaben von Langenfelds Stadtsprecher Andreas Voss handelt es sich bei den beiden Covid-19-Kranken um ein Paar, das sich seit Montag bereits als Verdachtsfall in Quarantäne befand. „Es ist positiv auf den Erreger getestet worden.“ Zuvor hätten sich die beiden Langenfelder in Italien aufgehalten. Das Kreisgesundheitsamt habe angeordnet, dass die beiden Betroffenen wie gehabt in häuslicher Quarantäne bleiben müssen. „Aktuell klärt das Kreisgesundheitsamt mögliche Kontakte der positiv getesteten Personen“, so Voss. Es seien in der Stadt indes keine Schul- oder Kindergartenkinder betroffen.

Derweil sind in Langenfeld wegen der Gefahr, sich mit dem Coronavirus zu infizieren, erste Veranstaltungen abgesagt worden. Dazu gehört das traditionsreiche Stadtfest der Vereine mit Kirmes, das eigentlich vom 17. bis 20. April Tausende Besucher auf den Marktplatz und Rathaus-Parkplatz ziehen sollte. „Es wird nicht stattfinden. Sicherheit geht vor“, meinte Dieter Braschoss, Vorsitzender der IG Stadtfest. Er bedaure zwar die Absage, doch würden die ehrenamtlichen Organisatoren die auch mit Kosten verbundenen Vorbereitungen nun stoppen. Nach der am Dienstag erlassenen Anordnung der NRW-Landesregierung, Veranstaltungen mit erwarteten Besucherzahl von 1000 und mehr abzusagen, sieht Braschoss hierzu keine Alternative.

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Bereits an diesem Wochenende fallen in Langenfeld  sowohl der CDU-Trödelmarkt am Samstag und Sonntag in der Stadthalle aus als auch der Antik- und Trödelmarkt in der Stadtgalerie am Sonntag. „Darüber hinaus werden auf Empfehlung des Landesschulministeriums bis zu den Osterferien keine Schulveranstaltungen einschließlich Festen und Trödelmärkten stattfinden“, so Voss. Deshalb entfalle auch das Schul-Schwimmfest am 21. März.

Ob in Langenfeld noch weitere Großveranstaltungen wie etwa der Frühlingsmarkt „Blühendes Langenfeld“ mit verkaufsoffenem Sonntag am letzten März-Wochenende abzusagen sind, steht Voss zufolge noch nicht fest. Laut Ordnungsamtsleiter Christian Benzrath erfolgen Absagen immer in enger Abstimmung mit den Veranstaltern. „Wir orientieren uns an der aktuellen Entwicklung und blicken erstmal auf Veranstaltungen bis zu den Osterferien.“ Was danach in Hinblick auf das Coronavirus kommt, lasse sich aktuell noch nicht abschätzen. Das betont auch Citymanager Jan Christoph Zimmermann, der beispielsweise das publikumsträchtige Freiluftkonzert-Festival „Langenfeld Live“ auf dem Marktplatz in den Sommerferien plant. „Keiner kann beim Coronavirus sagen, was im Sommer ist.“ Aber die Organisation der sieben Konzerte sei aufwändig und habe einen längeren Vorlauf.

Die Monheimer Kulturwerke sind der größte Veranstalter in der Stadt am Rhein. Am morgigen Freitag steht Gitte Haenning auf dem Programmzettel, am 27. März sind es die Bläck Fööss. Platz gibt es in den Veranstaltungsräumen für bis zu 600 Gäste wie eben in der Aula am Berliner Ring. Vorgebucht für Gitte Haenning sind 450 Karten, bei den Bläck Fööss sind es etwa 550. In besagtem Zeitraum bis 19. April sei derzeit keine Veranstaltung mit 1000 Personen der Stadt gemeldet, sagt Bürgermeister Daniel Zimmermann. Aufgrund des NRW-Erlasses gelte in Absprache mit dem Ordnungsamt folgende Vereinbarung: Bei Veranstaltungen unter 1000 Besuchern würden derzeit Risiken anhand der vom Robert-Koch-Institut veröffentlichten Kriterien bewertet; je nachdem würden auch diese Veranstaltungen abgesagt. Die Einzelfallentscheidungen dazu würden so kurzfristig wie möglich getroffen. Bei abgesagten Veranstaltungen mit Vorverkauf, etwa bei den Monheimer Kulturwerken, erhalten die Gäste ihr Geld zurück, so Zimmermann.

„Prinzipiell halten wir in den Veranstaltungshäusern Hygieneartikel wie Seife und auch Desinfektionsmittel bereit. Ob Veranstaltungen abgesagt werden müssen, hängt nicht nur von der Zahl der Gäste ab, sondern auch davon, ob die Kultur sitzend, stehend oder tanzend erlebt werden kann“, sagt Kulturwerke-Chef Martin Witkowski.

Er geht davon aus, dass Veranstaltungen bis 100 Leute, wie etwa die Kleinkunst im Bürgerhaus Baumberg (Die Buschtrommel) stattfinden können. Ebenso das Geburtstagskonzert im Spielmann (Seite D3), zu dem Wirt Markus Preikschat mit rund 100 Gästen rechnet.. Allerdings müsse man immer damit rechnen, tagesaktuell entscheiden müssen, schränkt Witkowski ein.

Über Veranstaltungen ab dem 20. April will die Stadt  erst Anfang April entsheiden. „Diesen Turnus behalten wir dann monatlich bei. So können wir jeweils auf Verschärfungen oder Erleichterungen der Erlasslage reagieren“, sagt der Bürgermeister. Für  Frühlingsfest (26. April),  Stadtfest (19. bis 21. Juni) und die Monheim Triennale (1. bis 5. Juli) heißt das, dass zunächst noch nicht abgesagt, sondern die Lage weiter aufmerksam verfolgt wird.