1. NRW
  2. Städte
  3. Langenfeld

Coronavirus: Erster Verdacht in Langenfeld nach Reise nach Italien

Langenfeld/Mettmann : Erster Corona-Verdacht in Langenfeld hat sich nicht bestätigt

Update vom 4. März, 13.45 Uhr: Eine Langenfelderin wurde nach einer Italienreise überwacht. Nach Mitteilung des Kreisgesundheitsamtes des Kreises Mettmann am Mittwochnachmittag hat sich dieser tags zuvor gemeldete Coronavirus-Verdachtsfall nicht bestätigt.

Das Coronavirus hat jetzt den Kreis Mettmann erreicht. In Langenfeld und drei weiteren Städten gibt es  Corona-Verdachtsfälle, teilte Kreissprecherin Daniela Hitzemann mit. Nach der Rückkehr aus einem Urlaub in der norditalienischen Lombardei seien bei einer Langenfelderin klinische Symptome aufgetreten. Gemeinsam mit ihrem Ehemann stehe die Frau nun zu Hause unter medizinischer Beobachtung. Der Corona-Verdacht sei aber noch nicht bestätigt. „Die Ergebnisse der Abstrichuntersuchungen stehen noch aus“, betonte Hitzemann.

Dies gelte auch für die anderen Verdachtsfälle aus dem Kreisgebiet. Im zweiten Fall handelt es sich nach Hitzemanns Angaben um eine junge Frau aus Erkrath. „Sie weist klinische Symptome auf und hatte über eine Veranstaltung in Düsseldorf Kontakt zu einer im Kreis Heinsberg bereits positiv getesteten Person.“ Auch die Erkratherin werde mit Ehemann und zwei Kindern in den eigenen vier Wänden ärztlich überwacht. Im dritten Verdachtsfall habe eine aus Mailand angereiste junge Frau ihre Familie in Erkrath besucht. Wegen der bei ihr aufgetretenen Symptome stehe die ganze Familie unter häuslicher Beobachtung. Am Abend meldete die Stadt Haan einen Corona-Verdachtsfall. Es handele sich um einen Elternteil zweier Kinder, die die Gemeinschaftsgrundschule Gruiten und die Kita Hasenhaus besuchen. Beide Einrichtung bleiben vorsichtshalber am Mittwoch geschlossen.

„Der Krisenstab des Kreises tagt aktuell regelmäßig“, versicherte Landrat Hendele am Dienstag. Für Fragen von Bürgern werde ab Mittwoch, 4. März, unter der Nummer 02104 - 993535 ein Service-Telefon betrieben. Es sei täglich von 8 bis 20 Uhr erreichbar. „Damit entlasten wir zugleich die niedergelassene Ärzteschaft, aber auch die Leitstellen von Polizei und Feuerwehr.“

Das Service-Telefon der Kreisverwaltung wird nach Hitzemanns Angaben zwei Aufgaben übernehmen: „Zum einen dient es dazu, allgemeine Fragen von Bürgern entgegen zu nehmen.“ Zum anderen solle dieses Service-Telefon als Clearingstelle für Bürger dienen, die glauben, eventuell infiziert zu sein. Mittels Abfrage der vom Robert-Koch-Institut definierten Kriterien (Symptome, Aufenthalt in einem Risikogebiet, Kontakt zu einer nachgewiesen infizierten Person) ermitteln die Mitarbeiter des Service-Telefons, ob ein klärungsbedürftiger Verdachtsfall anzunehmen ist. Und danach werde entschieden, ob für die Betroffenen eine weiterführende Diagnose notwendig ist.

Die Vorbereitungen zur Schaffung der in unserer Zeitung angekündigten zentralen Anlaufstelle für den Kreis Mettmann laufen laut Hitzemann derzeit noch. „Sie sind nicht zuletzt von der Mitwirkung der kassenärztlichen Vereinigung abhängig.“ Bis zur Einrichtung einer solchen Anlaufstelle werden mögliche Verdachtsfälle vom Service-Telefon an das Kreisgesundheitsamt vermittelt. Dort wird dann mit den Betroffenen das weitere Vorgehen geklärt.

Nachdem der Verdachtsfall in Langenfeld  bekannt geworden war, tagte die städtische Lenkungsgruppe des eigens für solche Fälle eingerichteten Stabs für außergewöhnliche Ereignisse (SAE). Anlässlich der aktuellen Gefahr durch die Ausbreitung des Coronavirus hatte sie laut Ordnungsamtsleiter Christian Benzrath bereits an den Tagen zuvor mehrfach getagt. Der aus Vertretern des Verwaltungsvorstandes, Feuerwehr, Ordnungsamt, Öffentlichkeitsarbeit, IT und weiteren Fachkräften bestehende SAE unterstütze das zuständige Kreisgesundheitsamt auf kommunaler Ebene, erklärt Stadtsprecher Andreas Voss. Die Entscheidung, Schulen oder Kitas zu schließen, treffe der Kreis. Eine entsprechende Anordnung müsse die Stadtverwaltung unverzüglich umsetzen. Nach dem aktuellen Verdachtsfall in Langenfeld gibt es solch eine Anordnung bislang noch nicht. Städtische Einrichtungen haben momentan alle geöffnet. Auf öffentliche Veranstaltungen hat das Coronavirus bislang keine Auswirkungen.