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Coronakonformes Dinner im Wohnmobil in Dormagen

Speisen in Corona-Zeit : Coronakonformes Dinner im Wohnmobil

Essen aus dem Restaurant wird direkt ins fahrbare Zuhause geliefert – das Landgasthaus Piwipp hat neben der Lieferung der Speisen eine kreative Lösung für die Zeit der Corona-Beschränkungen entwickelt.

Sie kamen fast zwei Stunden vor dem Essen – und doch waren sie nicht die ersten Gäste: Sandy und Mario Himmelreich aus Willich hatten sich auf den Weg nach Dormagen gemacht, um sich von der Küche des Landgasthauses Piwipp kulinarisch verwöhnen zu lassen – in ihrem Wohnmobil. Carina Siepen, die das Restaurant 2021 übernimmt, und ihr Team bewirten die Gäste direkt in deren fahrbarem Ferienheim.

Dazu haben sie Wärmeboxen, in denen sie die Teller mit den frisch gekochten Menüs vom Lokal bis ins Wohnmobil transportieren, auf Tellern, mit dem Besteck, mit dem außerhalb des Lockdowns auch die Tische gedeckt sind.

„Wir sind über die Facebook-Gruppe Wohnmobil-Dinner darauf gekommen. Einige Restaurants in Nordrhein-Westfalen bieten dieses Dinner an, allerdings ist hier der Reiz, dass man einen fantastischen Blick auf den Rhein und das beleuchtete Monheim hat“, sagte Sandy Himmelreich, die bisher meist selbst gekocht beziehungsweise draußen gegrillt hat oder von einem Pizzadienst beliefert wurde, wenn sie und ihr Mann auf Tour waren. Auf den kleinen Tisch kamen an diesem Abend die Haussuppe, Lachstatar, der hängende Spieß, Kalbsbäckchen und zum Nachtisch Weißbiertiramisu – allesamt Speisen von der regulären Winterkarte.

„Wir hatten zunächst überlegt, eine zusätzliche Karte für die Wohnmobil-Dinner zu kreieren, haben uns dann aber dagegen entschieden“, sagt Carina Siepen, die an diesem Abend alle Hände voll zu tun hat: Menschen in zehn Wohnmobilen wollen bewirtet werden, hinzu kommen die Gäste aus Dormagen und Worringen, die den Lieferdienst in Anspruch nehmen.

Bestellt wird vom Wohnmobil aus direkt per Telefon, seien es Speisen oder Getränke, letztere ausschließlich in Flaschen –  das ist eine Auflage des Ordnungsamtes. Das hatte auch bestimmt, dass die Wohnmobile 50 Meter vom Restaurant entfernt parken müssen und zwischen den einzelnen Fahrzeugen ein Mindestabstand von zwei Metern ist.

Ein paar Meter weiter freuten sich Hans-Dieter Mole, seine Frau Sylvia und die jüngste Tochter Jacqueline auf die besondere Mahlzeit. „Ein Arbeitskollege hat auf Facebook gepostet, dass hier ein Wohnmobil-Dinner veranstaltet wird. Da wir unseres erst vor einem halben Jahr gekauft und noch nicht winterfest gemacht haben, wollten wir uns diese außergewöhnliche Gelegenheit nicht entgehen lassen“, sagte der Hackenbroicher, der sonst mit dem Fahrrad zum Landgasthaus Piwipp fährt. „Wenn wir schon nicht in ein Restaurant gehen dürfen, machen wir es halt so – und genießen dabei die tolle Aussicht auf den Rhein.“

Das Wohnmobil-Dinner findet den gesamten Dezember von mittwochs bis sonntags statt, die Wochenenden sind jetzt bereits so gut wie ausgebucht. „Unser Beitrag auf Facebook erreichte innerhalb der ersten 45 Minuten gut 20.000 Menschen, das ist fantastisch“, sagte Carina Siepen erfreut. Die Reservierung erfolgt telefonisch oder per E-Mail. Auch am ersten und zweiten Weihnachtstag können Gäste mit ihrem Wohnmobil anreisen, um in der Zeit von 12 bis 16 Uhr ein spezielles Weihnachtsmenü, das derzeit von dem Koch noch entwickelt wird, zu genießen. „Wir haben bereits zahlreiche Anfragen für Silvester bekommen, allerdings herrscht da bereits Baustelle im Restaurant, weil wir einiges umbauen und modernisieren wollen.“

Die Wirkung dieses zweiten Lockdowns für die Gastronomie ist für Carina Siepen im Vergleich zum ersten milder ausgefallen. „Im Frühjahr war das Wetter schöner, außerdem haben wir ohnehin aufgrund des Umbaus ohne Einnahmen in Januar und Februar kalkuliert.“