1. NRW
  2. Städte
  3. Langenfeld

Corona Langenfeld Monheim Firmen brauchen jetzt Hilfe

Corona-Krise : Heimische Firmen brauchen jetzt Hilfe

Staatliche Finanzspritzen und Steuerstundung sind in der Corona-Krise das Thema der Stunde in Rathäusern, Banken und Sparkassen.

25 Milliarden Euro umfasst das NRW-Hilfsprogramm, um die finanziellen Folgen der Corona-Krise bei den Unternehmen abzufedern. Seit Montag können sich die Hilfesuchenden über ihre Hausbank an die KfW-Bank wenden. „Das Interesse an KfW-Mitteln war bereits im Vorfeld gewaltig, und wir sind gut vorbereitet“, sagt Stefan Noack, Vorstandsmitglied der Stadt-Sparkasse Langenfeld, bei der inzwischen sicherheitshalber 60 Mitarbeiter, das ist ein Drittel der Belegschaft, vom häuslichen Schreibtisch arbeiten.

Der „Andrang“ in der Hauptstelle beschränkt sich aufs Telefon und andere Wege der Fernkommunikation – aber in dieser Form ist er massiv. Übers Wochenende bereits hatten einige Kundenberater sich laut Sparkasse vorsorglich mit den Daten ihrer erkennbar von den Geschäftsschließungen betroffenen Kunden beschäftigt, Gastronomen zum Beispiel. Es geht – unabhängig von anderen staatlichen Regelungen – auch um die Möglichkeit, bestehende Ratenverpflichtungen der Kunden für sechs Monate auszusetzen. „Sicherlich ein Vorteil, wenn die örtliche Nähe und der regelmäßige Kundenkontakt solche Detailkennnisse ermöglichen“, sagt Noack.

Auch bei der Vermittlung der KfW-Mittel kommt es auf die örtlichen Banken an, denn – im Gegensatz zum üblichen KfW-Verfahren obliegt es den Hausbanken, die Bonität der Antragsteller „schnell und unbürokratisch“ zu beurteilen. Dazu gehört zunächst die Frage, ob es sich beim finanziellen Engpass wirklich um eine Corona-Folge handelt. Schon die Antragstellung über die KfW-Homepage schließt diejenigen Betriebe aus, die schon am 31. Dezember 2019 in Schwierigkeiten waren. Auch das Versprechen des NRW-Wirtschaftsministers (RP vom 20. Februar 2020) „Wer heute Nachmittag einen Antrag stellt, hat nächste Woche einen neuen Kredit“, gilt so nur für Kunden, die von ihrer Hausbank aufgrund deren regelmäßigen Einblicks in die Geschäftszahlen positiv beurteilt werden.

Ein Betroffener ist Manfred Brand, Geschäftsführer der Spedition Brand GmbH, Hitdorfer Straße in Langenfeld. Der Unternehmer suchte im Vorfeld das Gespräch mit „seiner“ Raiffeisenbank und der ebenfalls seit Jahrzehnten geschäftlich mit dem Traditionsunternehmen verbunden Sparkasse in Leverkusen. Der Geschäftszweig Transportbetrieb läuft noch ungestört. „Kunden aus der Lebensmittelindustrie“. Völlig eingebrochen dagegen ist der Veranstaltungsservice. „Keine Feste, keine Betriebsversammlungen und so weiter“, schildert Brand die Lage. Und wartet auf nähere Infos von seinen Hausbanken.

Die städtische Wirtschaftsförderung ist seit der Vorwoche im regen Austausch mit den örtlichen Unternehmen. „Über E-Mail erhalten alle Firmen umgehend notwendige Infos“, sagt Thomas Zacharias im Langenfelder Rathaus. Infos etwa über Neuerungen wie die vereinfachte Stundung von Steuerzahlungen oder die Herabsetzung von Vorausleistungen. „Es wird einen Online-Antrag auf der städtischen Homepage geben“, kündigt Stadtkämmerer Thomas Grieger an. „Damit bewegen wir uns im Rahmen der Abgabenordnung, der solche Stundungen für sechs Monate ins Ermessen der Kommune stellt. Zunächst geht es ,nur’ um die Gewerbesteuer, andere kommunale Steuern können folgen.“ Auch im Monheimer Rathaus folgt man den Empfehlungen der Landesregierung. „Per E-Mail kann das Formular für Steuerstundungen bei uns beantragt werden“, sagt Christian Hahn, der bei der städtischen Wirtschaftsförderung für die Gewerbekunden zuständig ist. „Darüber hinaus halten wir die Unternehmen so gut es geht über die weiteren Hilfsmaßnahmen auf dem Laufenden. Wegen der ständigen Aktualisierungen versenden wir diese aber nicht täglich, sondern komprimiert und gebündelt“.