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Corona: Feuerwehr Monheim zieht früher in den Neubau

Monheim Feuerwehr : Corona: Feuerwehr zieht früher in den Neubau

Noch im Februar wollten sich Feuerwehr-Chef Torsten Schlender nur vage auf einen Umzugstermin festlegen. Jetzt geht alles ganz schnell.

Früher als geplant sind die ersten Einsatzkräfte in das neue Gebäude an der Paul-Lincke-Straße eingezogen. Der Grund: Corona. „Wir wollen die Ansteckungsgefahr innerhalb der Feuer- und Rettungswache reduzieren und haben die Bereiche Brandschutz und Rettungsdienst deshalb getrennt“, sagt Hartmut Baur, stellvertretender Wachleiter. Der Rettungsdienst bleibt im Altbau, die Einsatzkräfte des Brandschutzes und der technischen Hilfeleistung sind in den gegenüberliegenden Neubau gezogen. „Das sind 42 von 69 hauptamtlichen Kräften“, erläutert der stellvertretender Wachleiter, der den 22 Millionen teuren Neubau der Feuerwache organisatorisch begleitet. Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr, so fährt Baur fort, kommen nur zu konkreten Einsätzen auf das Gelände.

„Wir sind in kreisweiten und stadtinternen Führungsstäben zum Umgang mit dem Coronavirus vertreten“, berichtet Torsten Schlender, Leiter der Feuer- und Rettungswache. Als eine der Folgen habe die Feuerwehr in Abstimmung mit dem Verwaltungsvorstand die räumliche Trennung von Rettungsdienst und Brandschutz entschieden. „Wir kommen damit den deutlichen Empfehlungen von Medizinern nach, die uns zu diesem Schritt geraten haben“, erklärt auch Bürgermeister Daniel Zimmermann als Dienstherr der Feuerwehr. Ziel sei es, Kontake zu reduzieren. „Sollte ein Mitglied des jeweiligen Teams an Corona erkranken, müsste damit nicht gleich die ganze Wachabteilung außer Dienst gestellt werden“, erläutert er. Bislang habe es innerhalb der Feuerwehr jedoch keinen bestätigten Corona-Fall gegeben, sagt Baur. Bei krankheitsbedingten Ausfällen stünden außerdem entsprechende Personalreserven bereit.

Noch sind im Neubau nicht alle Arbeiten abgeschlossen. „Doch Fahrzeughalle und Funktionsräume können genutzt werden“, so der stellvertretende Wachleiter. Neben der Trennung der Bereiche würde stark auf Hygiene geachtet. Bei der Beschaffung von Infektionsschutzkleidung und Desinfektionsmitteln ist die Feuerwehr in enger Abstimmung mit dem Kreis Mettmann mittlerweile bundesweit aktiv, um Lagervorräte auffüllen zu können.

Die Zahl der Rettungseinsätze habe sich in Monheim nur moderat erhöht, bilanziert Baur. Eine leichte Steigerung sei bei den Infektionstransporten zu verzeichnen. Bei Verdachtsfällen auf Corona würden sie in die umliegenden Krankenhäuser gebracht. Das würde vom Kreis Mettmann koordiniert.

In der neuen Feuer- und Rettungswache bezieht die Feuerwehr aktuell nur die Bereiche, die zwingend notwendig sind, also Aufenthalts- und Ruheräume sowie die Fahrzeughalle. In anderen Bereichen, wie Büros und Werkstätten, sind die Bauarbeiten noch nicht abgeschlossen. Die neue Leitstelle ist noch im Testbetrieb.

Die Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehren Monheim und Baumberg sind weiter einsatzfähig. Allerdings werden derzeit Übungsdienste und Schulungen ausgesetzt, um das Kontaktrisiko zu minimieren.