Containerdorf im Landschaftsschutzgebiet: Umweltschützer spüren erneuten Verstoß auf

Landschaftsschutzgebiet : Umweltschützer spüren erneuten Verstoß auf

Nach der ungenehmigten Rodung eines Waldstücks und Zerstörung eines Orchideen-Biotops steht eine mit der A3-Sanierung beauftragte Baufirma erneut in der Kritik.

Nunmehr habe diese vom Landesbetrieb Straßen-NRW beauftragte Firma im Landschaftsschutzgebiet an der Trompeter Straße in Reusrath ein Containerdorf aufgebaut, teilte Karl Wilhelm Bergfeld vom Naturschutzbund BUND mit. Im Langenfelder Rathaus äußert sich Bürgermeister Frank Schneider ob dieser Meldung empört. „Ich frage mich, ob Landschaftsschutz für einige Menschen bedeutungslos ist.“ Nach der verbotswidrigen Rodung am Winkel in Wiescheid vor  einem Monat hatte Schneider  Baufirma und  Straßen-NRW angezeigt. Nun habe offensichtlich dieselbe Firma ihr Containerdorf für Bauarbeiter auf einem Privatgrundstück in Autobahnnähe errichtet – „erneut in einem Landschaftsschutzgebiet ohne Genehmigung“. Nach dem Hinweis des BUND habe Schneider umgehend die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Mettmann eingeschaltet, zudem prüfe die städtische Bauaufsicht den Sachverhalt. Die Ergebnisse dieses Ermittlungsverfahrens stünden noch aus.

Für den Landesbetrieb Straßen-NRW wies Sprecher Timo Stoppacher in diesem Fall die Verantwortung zurück. Die mit den Arbeiten an der A 3 beauftragte Baufirma habe die Fläche für die Wohncontainer in Reusrath von einem Privateigentümer gepachtet; es sei wohl eine „bereits vorhandene Betriebsfläche“. Die Baufirma handele eigenverantwortlich und sei nicht verpflichtet, dies Straßen-NRW anzuzeigen.

Bürgermeister Schneider hätte nach eigenen Worten indes „bei der bereits durch uns angezeigten Firma nach der rücksichtslosen Rodungsaktion in Wiescheid mehr Fingerspitzengefühl bei der Wahl eines Alternativ-Standortes für Teile der Baustelleneinrichtung erwartet“. Er behalte sich juristische Schritte vor.

(mei)
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