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Langenfeld: City will gegen Online-Handel punkten

Langenfeld : City will gegen Online-Handel punkten

Citymanager Jan Christoph Zimmermann (36) besucht die Redaktion und erläutert Ideen für eine attraktivere Stadt.

Beim Blick aus dem Fenster der RP-Lokalredaktion hat Jan Christoph Zimmermann (36) sein Arbeitsfeld vor sich. Als Citymanager und Geschäftsführer des Marketing-Verbunds Kommit kümmert er sich darum, dass das Stadtzentrum für Langenfelder und Auswärtige attraktiv ist. Und die Fußgängerzone ist das Herzstück der "Shopping-Mitte" oder des "Erlebnisraums Innenstadt" — wie Zimmermann das Stadtzentrum nennt. Im Gespräch mit der RP schilderte er Entwicklungen, Aktivitäten und Vorhaben.

Leerstände In seiner Doppelfunktion beschäftigte sich Zimmermann in den vergangenen Monaten — mehr als ihm lieb war — mit dem Leerstandsmanagement. Aus unterschiedlichen Gründen häuften sich zuletzt verwaiste Läden und Schaufenster. Beim Versuch, die leeren Geschäfte neu zu belegen, "muss ich als Citymanager dabei sein und auch mal drängeln", sagt der 36-Jährige. Froh sei er, dass die Ecke des Sass-Ladenzentrums nach dem Auszug des Schweizer Bistros schnell und gut belegt worden sei. "Bei dieser 1a-Lage hatte ich zwar keine Sorge, aber das Bäckerei-Café Schüren ist wirklich ein Gewinn.

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Zudem werden die Außentische an warmen Tagen die Fußgängerzone weiter beleben und das wachsende gastronomische Angebot unter freiem Himmel ergänzen." Ganz wichtig sei auch, dass es nach Streit und Leerstand in der Markthalle mit neuem Thekenwirt und Metzgerei-Imbiss wieder aufwärts geht. "Hätte sich das noch länger hingezogen, wäre das schon gefährlich gewesen. Aber es zeigt sich nun, dass die Markthalle ein gefragter Standort ist." Dass eine gewisse Zahl von Läden leer steht, lasse sich nicht vermeiden, doch sei die Verfügbarkeit geeigneter Verkaufsflächen auch Voraussetzung für neue Geschäfte. "Sie müssen aber marktfähig sein. Dazu gehören Barrierefreiheit und ein angemessener Mietpreis."

Veranstaltungen Auf dem Terminplan stehen ganz oben die bewährten Feste und Attraktionen (siehe Infobox). Zimmermann: "Sie haben zum Teil eine solch hohe Qualität, dass es keinen Grund gibt, das Konzept zu verändern." Obwohl zur Fußball-Weltmeisterschaft diesmal keine Großbild-Übertragung im Freizeitpark Langfort (nur in der Stadthalle) angeboten wird, wirkt sich die WM auf den Veranstaltungskalender aus.

Wegen möglicher Terminkollisionen mit Spielen der deutschen Kicker wird die Karibik-Nacht nach Zimmermanns Angaben auf den 16. August verlegt. Außerdem setze die am 2. Juli startende Freiluft-Konzertreihe "Langenfeld live" auf dem Marktplatz eine Woche später aus. "Es bleibt aber wie bisher bei insgesamt sieben Mittwoch-Konzerten. Der ausgefallene Auftritt wird am 20. August nachgeholt. Am aufwendigsten sei die mit heimischen Gastronomen gemeinsam organisierte Schlemmermeile (30. und 31. August); passend zum Langenfelder Jahresmotto werden auch Spezialitäten aus den Niederlanden und deren ehemaligen Übersee-Kolonien auf der Speisekarte stehen. Zum ersten verkaufsoffenen Sonntag des Jahres am 6. April ist ein Holland-Markt mit Holzschuh-Werkstatt und riesiger Drehorgel geplant.

Einkaufserlebnis Die Attraktivität des Langenfelder Einzelhandels hat unlängst eine IHK-Studie belegt. Der Zentralitätsindex von 104 bedeutet, dass mehr Auswärtige in Langenfeld Geld ausgeben, als es umgekehrt der Fall ist. Die genannten Aktivitäten sollen laut Zimmermann den Erlebnisraum Innenstadt weiter voranbringen. Um sich gegen den Online-Handel zu wappnen, müssten Läden aber auf der Höhe sein. "Kunden müssen immer wieder etwas Neues entdecken. Das gilt für Filialisten genauso wie für inhabergeführte Läden."

(RP)