Monheim: Chorleiter erhält den Integrationspreis

Monheim: Chorleiter erhält den Integrationspreis

Die evangelische Gemeinde in Monheim hat das Projekt initiiert. Geprobt wird in der Friedenskirche.

Das Gemurmel auf dem Gang vor dem Ratssaal wird lauter. Plötzlich stoppt es. Der Chor beginnt zu singen. Ein Protestlied. Denn seit einer Stunde schon stehen sich 50 Erwachsene und 15 Kinder im Rathaus die Beine in den Bauch, während drinnen der Integrationsrat tagt. Bürgermeister Daniel Zimmermann versteht den Wink. Er öffnet beide Flügel der Eingangstür. Rabih Lahoud bekommt den Integrationspreis, den die Stadt Monheim zum neunten Mal vergibt. Der Musiker mit libanesischen Wurzeln leitet den Pop-Chor Baumberg.

Sie singen laut und arabisch und deutsch. Im Spätsommer vergangenen Jahres keimte die Idee vom Chor in der Baumberger Friedenkirche auf. Geborene und neue Monheimer sollten zusammen singen. "Wir wollten ein eigenes Integrationsprojekt ins Leben rufen", sagt Pfarrer Peter Becker. Rabih Lahoud sieht die Sangesgemeinschaft aus dem Blickwinkel eines Musikers: "Es gibt viele musikalische Gemeinsamkeiten. Man kann vieles aus der arabischen Musik in die hier bekannten Tonleitern übersetzen." Im beruflichen Leben führt er an der Robert-Schumann-Hochschule Opernsänger in die Welt des Pop ein. Bevor es die große gerahmte Urkunde gibt und den Scheck über 1000 Euro, entschuldigt sich Bürgermeister Zimmermann noch einmal dafür, "dass die Zeiten durcheinandergeraten sind". Er ist in diesem Fall ganz froh, nicht zur Jury zu gehören, die über den Preis entscheidet: "Ansonsten könnte man mir Befangenheit vorwerfen." Die Verbindung von Rabih Lahoud zu seiner Frau war einst für den jungen Bürgermeister die erste Trauung nach bestandener Standesamtsprüfung. Seither ist Zimmermann mit dem Paar befreundet.

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Dann erklingen drei Lieder im Ratssaal. Die Chorarbeit hat so manches Trauma gelöst. Gleichzeitig leben viele neue Monheimer in der Ungewissheit über ihre Zukunft. Im Pop-Chor lassen sie sich darüber hinwegtragen. Nächste Probe: 17. Februar in der Friedenskirche.

(dne)
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