Langenfeld: Charme-Offensive zur Parkplatz-Gebühr

Langenfeld : Charme-Offensive zur Parkplatz-Gebühr

Mit der neuen Marke "Shopping-Mitte" werben Händler, Dienstleister und Stadt offensiv für den Einkaufsstandort Langenfeld.

Ab April ist das kostenlose Parken in der Innenstadt Geschichte. Autofahrer müssen dann pro angefangener Stunde 50 Cent berappen, wenn sie einen der 1700 Stellplätze in Tiefgaragen, Parkhäusern oder unter freiem Himmel belegen. Die Änderung hat vor allem finanzielle Gründe. Durch den Wegfall der jährlichen Ausgleichszahlungen spart der Kämmerer bares Geld. Zuletzt subventionierte die Stadt das freie Parken mit 440 000 Euro pro Jahr. Hinzu kommen die Einnahmen aus dem Parkautomaten, die von bisher 60 000 auf bis zu 236 000 Euro steigen könnten. Freies Parken gibt es nach Ostern nur noch über die sogenannte Brötchentaste. Sie ermöglicht Autofahrern für kurze Erledigungen die kostenfreie Nutzung von Stellplätzen – für eine Viertelstunde. Am Mittwoch, 3. April, veranstaltet die RP ab 11 Uhr eine "Mobile Redaktion" zum Thema in der Fußgängerzone.

Jan Christoph Zimmermann sieht in dem Ende des freien Parkens einen Beleg für die Attraktivität des Standorts Langenfeld. Was zunächst paradox klingt, erklärt der Citymanager damit, dass die Gebührenfreiheit der ersten Parkstunde im Jahr 2000 eingeführt worden sei, um den Handel in der Stadtmitte zu beleben. Damals öffneten Stadtgalerie und Markthalle ihre Pforten. Seitdem hat sich einiges in der City getan. Aufgrund der starken Entwicklung des Standortes sei das "Marketinginstrument" nicht mehr notwendig. "In den letzten zehn Jahren hat sich die Einkaufsfläche in der Innenstadt verdoppelt", meint Zimmermann. "In Langenfeld gibt es ein breites Angebot und eine gute Mischung aus Einzelhändlern, Dienstleistungen sowie kulturellen Angeboten." Als Lockmittel für Kunden sei das Gratis-Parken demnach gut geeignet gewesen. Aber inzwischen habe das Angebot zwischen Haupt- und Solinger Straße genügend Anziehungskraft, um ohne subventionierte Stellplätze auszukommen.

Der Citymanager untermauert diese Einschätzung mit den Ergebnissen der Kunden- und Geschäftsbefragung der Industrie- und Handelskammer Düsseldorf (IHK), aus der Langenfeld als "beliebtester Einkaufsstandort im Kreis Mettmann" hervorgegangen sei. Die Entlastung des städtischen Haushalts, aus dem in den letzten zwölf Jahren insgesamt mehr als vier Millionen Euro als Zuschüsse für das freie Parken flossen, verpacken die beteiligten Akteure in dem Konzept "Shopping-Mitte". Die Charme-Offensive zur Tarifumstellung bündelt alle Vorteile, die den Kunden in der City geboten werden. Das an eine Zielscheibe erinnernde Logo sei ein Symbol für das gemeinsame Handeln von Händlern, Gastronomen, kulturellen Akteuren und der Stadt, sagt Zimmermann.

Im Grunde handelt es sich um eine "Handelsmarke" des Marketingverbundes "Kommit" und seiner Mitglieder. So soll die Attraktivität der Stadtmitte hervorgehoben werden. Das kreisförmige Symbol ist schon jetzt auf vielen Schildern zu sehen, die Kunden von außerhalb in die Einkaufszone locken sollen. Befürchtungen, dass ab April weniger Menschen nach Langenfeld kommen, weil das Parken nicht mehr gratis ist und Nachbarn wie beispielsweise Hilden und Leverkusen vergleichbar attraktiv sind, teilt Zimmermann nicht: "Für Autofahrer, die länger in der City bleiben, ist der neue Tarif ab der dritten Stunde sogar günstiger als der alte."

(RP)
Mehr von RP ONLINE