Busse in Monheim und Langenfeld:Mehr Pendler in die Linienbusse bringen

Bahnen der Stadt Monheim : Stadt will Pendler in die Busse bringen

Die Bahnen der Stadt Monheim (BSM) wollen mit Zusatzangeboten rund 250.000 zusätzliche Fahrgäste pro Jahr gewinnen.

Das Ziel der Stadt Monheim ist klar. Die Stadt will weniger Autoverkehr auf ihren Straßen. Sie setzt dabei auf ein Fahrrad-Verleihsystem und fordert künftig bei Neubauten auch den Nachweis von Stellplätzen für Drahtesel. Außerdem wirbt sie offensiv für die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs, dessen Angebote mit dem Fahrplanwechsel noch einmal ausgeweitet worden sind. Vor allem Pendler sollen davon profitieren. Aber auch innerstädtisch hat sich die Taktzahl auf einigen Linien noch einmal erhöht.

5,4 Millionen Fahrgäste haben im Jahr 2017 die Busse der BSM genutzt, die auch in Langenfeld unterwegs sind. Mit dem neuen Angebot wollen die BSM nun jährlich etwa 250.000 neue Fahrgäste gewinnen. Dafür kalkuliert sie pro Jahr etwa 2,1 Millionen Euro zusätzliche Kosten ein, zusätzlich zu dem Minus, das der Betrieb ohnehin einfährt. In 2017 betrug das Defizit drei Millionen Euro.

„Wir hoffen, dass wir in den kommenden fünf Jahren mit dem neuen Angebot pro Jahr wenigstens 500.000 Euro Erlös einfahren“, sagt Detlef Hövermann, Geschäftsführer der BSM. Die Beschlüsse zu der Angebotsausweitung sind im Aufsichtsrat der GmbH im Dezember 2017 gefallen. Anschließend sind sie im Monheimer Stadtrat behandelt worden. Jetzt hat die Stadt Monheim auch die notwendige Konzession bekommen, die zusätzlichen Leistungen direkt an die BSM vergeben zu können. Die Konzession gilt für die kommenden zehn Jahre, also bis 2029.

Neu im Angebot ist zum Beispiel die Linie SB 59, die morgens und spätnachmittags direkt vom Creative Campus zum Benrather Bahnhof fährt, damit der Anschluss an die beiden Regional-Express-Linien RE 1 und RE 5 (demnächst: RRX) gut funktioniert. Im Sommer soll dann eine Buslinie SB 33 auch direkt vom Creative Campus zum Bahnhof Leverkusen-Mitte führen.

In Absprache mit der Rheinbahn haben die BSM auch die Taktung der Linien 790/791 in den Morgen- und Nachmittagsstunden auf alle zehn Minuten ausgeweitet, so dass alle fünf Minuten ein Bus vom Mona Mare Richtung S-Bahnhof Langenfeld startet.

„Wir tun viel dafür, dass bei den Pendlern ein Umdenken stattfindet und sie sehen, wie bequem es sein kann, auf den öffentlichen Nahverkehr umzusteigen“, wirbt Hövermann. Um diese Erweiterungen auch umzusetzen, hat der Monheimer Verkehrsbetrieb 17 neue Busse angeschafft, so dass insgesamt 45 auf den Strecken unterwegs sind .

In Langenfeld hat sich am Nahverkehrskonzept wenig geändert. „Wir haben den Antrag gestellt, die Düsseldorfer Schnellbus-Buslinie SB 57, die bis Hellerhof Eichsfelder Straße fährt, bis zum S-Bahnhof Berghausen oder sogar bis zum Einkaufszentrum Berghausen zu verlängern“, sagt Grünen-Sprecher Dr. Günter Herweg. „Mit dem Anschluss Langenfelds über die SB57 an das Düsseldorfer U-Bahn-Netz am Südpark wäre dies ein attraktives Angebot für Pendler und mit der Anbindung an die Universität ein Angebot für Langenfelder Studenten. Nicht von Nachteil ist auch die Alternative einer schnellen Verbindung Düsseldorf-Langenfeld im Falle eines – leider regelmäßig zu beklagenden – Ausfalls der S6“, heißt es im Antrag. „Und es wären nur wenige Haltestellen mehr für die Rheinbahn“, ergänzt Herweg.

„Wir stehen mit der Rheinbahn in Verbindung“, sagt Langenfelds Verkehrsexperte Franz Frank, der den Antrag umsetzen möchte. „Sobald wir die Zustimmung dazu haben und eine Kostenkalkulation, bringen wir das Thema zur Beratung in den Ausschuss“, kündigt er an.

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