Monheim: Bürgerverein stellt Baumberg-Film vor

Monheim : Bürgerverein stellt Baumberg-Film vor

"Impressionen eines Baumberger Jahres" heißt der Streifen, den der BAB auf seiner Internetseite präsentiert. Vereinschef Helmut Heymann berichtet im RP-Redaktionsgespräch von dieser und von weiteren Aktionen.

Als Bürgermeister Daniel Zimmermann im Stadtrat Politikern und vielen interessierten Besuchern vor eineinhalb Jahren erstmals den fünfminütigen Image-Film "Wir sind Monheim" vorstellte, gab es viel Zustimmung - aber auch Proteste: "Baumberg kommt ja so gut wie gar nicht vor", echauffierte sich damals der CDU-Fraktionsvorsitzende und alteingesessene Baumberger Markus Gronauer. "Er war aber nicht der einzige, dem der Ortsteil zu kurz gekommen ist", sagt Helmut Heymann (61), Vorsitzender des Baumberger Allgemeinen Bürgervereins. Deshalb habe sich der BAB entschlossen, einfach selber einen Baumberg-Film in Auftrag zu geben. Jetzt kann der Streifen unter www.baumberger-allgemeiner-buergerverein.de angeschaut werden. Produziert hat das Werk die Firma "Peaklight Productions". Der Monheim-Kurzfilm kann übrigens immer noch auf der städtischen Seite www.monheim.de abgespielt werden.

Foto: BAB

Noch bis nach den Sommerferien möchte Heymann dem Verein vorstehen. "Dann wird es Zeit, dass ein Nachfolger übernimmt", sagt er. Seit 23 Jahren hält der ehemalige Cognis-Geschäftsführer die Fäden in der Hand. "Es gibt aber noch 1000 andere Sachen, die ich machen will." Einen geeigneten Kandidaten hat der Ruheständler bereits im Blick. Den Namen will er aber erst zu einem späteren Zeitpunkt preisgeben.

Foto: BAB

Der rührige Kommunikator engagiert sich "zehn Stunden täglich für Dinge, die mir Spaß machen", wie er bekundet. Sein Einsatz für die Bürgerstiftung "Minsche vür Minsche" zählt dazu. Am kommenden Montag, 19 Uhr, ist die Gründungsversammlung im Schelmenturm. Eingeladen sind alle Monheimer, egal ob sie Stifter oder Spender werden wollen oder sich aktiv engagieren möchten.

Foto: BAB

Heymanns großes Thema ist und bleibt aber Baumberg. Der Ortsteil soll und muss sich verändern, dürfe dabei aber den dörflichen Charakter nicht verlieren. Dafür kämpft er auf der Homepage des Vereins und kommentiert viele aktuelle Themen. "90 Prozent der Texte schreibe ich selber." Gefährdet sieht er das künftige Erscheinungsbild unter anderem im Bereich um die katholische Kirche St. Dionysius. Alte Gebäude sollen dort teilweise abgerissen und mit Ausnahme der Kita in einem Komplex zusammengefasst werden: "Sehr klotzig."

Szenen aus dem Baumberg-Film (von links oben nach rechts unten): Karneval, Maibaum-Schmücken, Pferd im "ländlichen" Baumberg, Sonnenwendfeier, St. Martin mit Bettler und Nikolausmarkt. Foto: BAB

Der 61-Jährige möchte auch nicht, dass die Baulücken beispielsweise am Garather Weg überdimensioniert geschlossen werden. Bauträger tendierten aus finanziellen Gründen dazu, jede Ecke zu nutzen und planten gerne dreigeschossige Mehrfamilienhäuser. Das passe aber nicht immer in das Umfeld.

Szenen aus dem Baumberg-Film (von links oben nach rechts unten): Karneval, Maibaum-Schmücken, Pferd im "ländlichen" Baumberg, Sonnenwendfeier, St. Martin mit Bettler und Nikolausmarkt. Foto: BAB

"Wir müssen die Menschen mitnehmen und einbinden", fügt Heymann an, der durchaus ein Befürworter der geplanten Bebauung im Osten ist. "130 bis 150 Wohneinheiten kann man am Waldbeerenberg akzeptieren." Man dürfe aber nicht denselben Fehler wie im Österreich-Viertel machen. "Die Menschen, die dort hingezogen sind, sind nicht integriert worden", glaubt Heymann. "Die kommen nur zum Schlafen nach Hause." Für Baumberg-Ost plant er deshalb gemeinsam mit der Verwaltung ein kleines Integrationskonzept: "Wir müssen die Neubürger begrüßen, sie in die Vereine und Kirchengemeinden holen." Die jährliche Sonnenwendfeier in Baumberg ermögliche beispielsweise ein solch ungezwungenes Miteinader. Man grillt, trinkt Bier und kommt ins Gespräch. Inzwischen brächten die jungen Baumberger sogar Freunde mit Migrationshintergrund aus dem Berliner Viertel mit. Das sei gelebte Integration.

Helmut Heymann erklärt RP-Redakteurin Petra Czyperek das Skript zum Baumberger Image-Film. Foto: Matzerath

Mit der Variante für die Umgestaltung der Hauptstraße kann Heymann gut leben. "Die Planer erhalten den Dorfcharakter, und auch die historischen Hinweistafeln gefallen mir." Weniger gefällt ihm, dass die Strecke eine Durchgangsstraße bleibt und aus seiner Sicht das Parkplatzproblem nicht gelöst worden ist. Stadtplanerisch hält Heymann eine Erschließung der Baumberger Rheinauen für notwendig. "Bisher hatte man den Eindruck, für die Verwaltungsfachleute hört Baumberg hinter dem Kielsgraben auf." Doch inzwischen sei man dort auf einem guten Weg und habe im Planungsausschuss erste Ideen vorgestellt. Wichtig ist ihm neben einem Radwegekonzept für Baumberg, dass der Weg von der Rampe zum Campingplatz endlich fortgeführt und der vorhandene Fußweg ausgebaut und verbreitert wird.

Auf viele Fragen hat der Baumberger eine Antwort. Nur beim Einkaufszentrum Holzweg zuckt er mit den Achseln. "Das ist schwierig. Da sind zu viele Eigentümer im Boot." Heymann stellt den nächsten BAB-Talk am 7. September um 11 Uhr im Bürgerhaus Baumberg unter das Thema "Stadtplanung in Baumberg". Bis dahin hat er noch Zeit, aus seinen Visionen konkrete Ideen zu entwickeln.

(RP)
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