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Bürgermeister kann Kunstwerke in Monheim nach eigenem Gusto kaufen

Kunst im öffentlichen Raum : Bürgermeister kauft örtliche Kunst ohne Ratsbeteiligung

Im neuen Konzept für öffentliche Kunst werden solche Ankäufe als laufendes Geschäft der Verwaltung gesehen. Dies gilt allerdings nur für Werke Monheimer Künstler.

In der jüngeren Vergangenheit hat die Auswahl von Kunstwerken für den öffentlichen Raum häufiger Anlass für Streit gegeben: Angehörige der kleinen Ratsfraktionen bemängelten, dass die Auswahlkommission, die entsprechend der Mehrheitsverhältnisse im Stadtrat besetzt ist, an den Kaufentscheidungen nicht beteiligt war. Jetzt wurde das 2017 beschlossene Konzept für „Kunst im öffentlichen Raum“ dahingehend geändert, dass nunmehr der Verfahrensweg für den Ankauf von Werken von Künstlern der drei definierten Kategorien festgelegt wurde.

Kunstwerke Monheimer Künstler darf demnach die Verwaltung im Rahmen ihrer verfügbaren Haushaltsmittel und unter Beachtung der für laufende Geschäfte maßgeblichen Wertgrenzen (250.000 Euro), erwerben. Für Werke von national anerkannten Künstlern darf die Auswahlkommission dem Rat die Anschaffung von Werken empfehlen. Bei der Auswahl soll auch auf Geschlechtergerechtigkeit und Diversität geachtet werden. Ab Anschaffungskosten in Höhe von 250.000 Euro für ein Kunstwerk sollen diese Projekte, vor der Beschlussfassung im Rat, der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Von der Meinung der Öffentlichkeit unberührt liegt dann aber die Entscheidungshoheit über die  Ankäufe der Kunstwerke oder ihre Beauftragung beim Rat. Da sich Künstler von internationalem Rang zumeist keinen Wettbewerben stellen, wird hier beim Ankauf von Objekten eine externe Kunstberatung einbezogen. Der Rat entscheidet über Ankauf und Finanzierung,während die Kunstkommission nur konsultierend beteiligt wird.

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Um ein möglichst hohes Einvernehmen mit allen Ratsfraktionen zu erreichen, hatte die Verwaltung die Auswahlkommission in die Fortschreibung des Konzeptes einbezogen. Als kürzlich das Papier zur Entscheidung im Kulturausschuss  anstand, bemängelte Michael Nagy (CDU), dass sein Änderungsantrag zur Beteiligung der Auswahlkommission auch an Kunstwerken örtlicher Künstler nicht berücksichtigt worden sei. Und er beklagte, dass er als Gremiumsmitglied über das Kunstwerk „Gänsemelodie“ erst aus der Zeitung erfahren habe.

„Die Kommission soll ja unter künstlerischen Aspekten beurteilen. Bei Monheimer Künstlern steht aber das Örtliche im Vordergrund, dort wenden wird diese strengen Kriterien nicht an – weil nicht alle Künstler diesen Qualitätskriterien  genügen,“ erklärte Bürgermeister Daniel Zimmermann. Die „Gänsemelodie“ führte er als eine von drei „Altfällen“ auf, die die Stadt schon vor geraumer Zeit beauftragt habe, wie auch den Schelm für den Schelmenturm und „Vera die Kuh“ für die Doll Eck. Bei künftigen Anschaffungen solle das Gremium aber zumindest konsultierend beteiligt werden, versprach er. Auf Nachfrage erklärt er, dass er als Bürgermeister für diese Anschaffungen die entscheidende Verantwortung trage. Während Ingo Elsner (Peto) auf die Ehre hinwies, dass hier internationale Künstler die Kommissionsmitglieder in ihr Atelier eingeladen hätten, reichte es Nagy nicht, nur einen „schönen Ausflug“ in ein Atelier zu unternehmen, während es dann heiße, das Kunstwerk sei bereits gekauft. Wie es der Fall bei den drei Kunstwerken für Monheim Mitte war, die die Monheimer Einkaufszentren GmbH angeschafft hatte. Die CDU stimmt schließlich gegen das Konzept, die SPD enthielt sich.