Monheim: Bürgerentscheid im November

Monheim: Bürgerentscheid im November

Erwartungsgemäß stimmten die Politiker im Stadtrat mehrheitlich gegen den Erhalt der Lise-Meitner-Realschule. Nur die CDU sprach sich unter dem Applaus vieler anwesenden Eltern dafür aus, dem Bürgerbegehren beizutreten.

Ob sie die Realschule behalten wollen oder sich für die von Verwaltung und politischer Mehrheit favorisierte Sekundarschule entscheiden — darüber können die Monheimer am Sonntag, 13. November, bei einem Bürgerentscheid abstimmen.

Diesen Termin legte der Stadtrat nach seinem Votum gegen den Fortbestand der Realschule einstimmig fest. Einzig die CDU-Fraktion hatte sich dafür ausgesprochen, dem Bürgerentscheid beizutreten. Zuvor hatte die Elterninitiative 2500 gültige Unterschriften gesammelt. Die von den Initiatoren gestellte Frage lautet: "Soll die Lise-Meitner-Realschule (LMR) am Berliner Ring in ihrer jetzigen Schulform als eigenständige Realschule erhalten bleiben?"

Der Termin für den Bürgerentscheid ist absichtlich schon in wenigen Wochen angesetzt. Bürgermeister Daniel Zimmermann, davon überzeugt, dass der Rat im Sinne der Eltern entschieden hat, will möglichst bald beim Land die Errichtung einer Sekundarschule beantragen, die zum Schuljahr 2012/13 in den Räumen der jetzigen Lise-Meitner-Realschule starten soll. In den nächsten Tagen setzen sich Vertreter der Initiative und Verwaltungsmitarbeiter zusammen, um gemeinsam eine Info-Broschüre für den 13. November zu erarbeiten.

Mehr Zeit für neue Strukturen

  • Neuss : Quorum für Bürgerbegehren erfüllt

Helmut Wilk, Sprecher der Eltern, hatte die Ratspolitiker vor ihrer Entscheidung um mehr Zeit für Schüler, Eltern und Lehrer gebeten, bevor sie in Monheim neue Schulstrukturen etablierten. Er signalisierte überraschend, man sei zu einer Kompromisslösung bereit, ein Bürgerentscheid sei nicht zwingend notwendig. Der Appell löste bei vielen Ratspolitikern Kopfschütteln aus. Werner Goller (SPD) sagte: "Ein Kompromiss wäre es, wenn sich die Realschule selber dem Änderungsprozess unterziehe." Und Ulrich Anhut (FDP) wünschte sich, "dass die Realschule die Zeichen der Zeit rechtzeitig erkannt hätte".

Bürgermeister Daniel Zimmermann (Peto) betonte, man habe den Eltern und Lehrern viele Angebote gemacht. Es habe genügend Versuche gegeben, die Realschule einzubinden. Deren Vertreter hätten sich jedoch nicht darauf einlassen wollen. Anders argumentierte jedoch Tim Brühland. Der CDU-Fraktionsvorsitzende glaubt nicht, dass der politische Konsens auf Landesebene darauf ziele, eine Realschule gegen den Willen der Eltern und Lehrer zu schließen. "Auch in anderen Städten sind Konsenslösungen möglich."

Die Realschule habe viele Kinder aufgenommen, die von der Gesamtschule abgelehnt worden seien. Diese Schüler hätten sich gegen die Hauptschule entschieden, sonst wären die Anmeldezahlen dort nicht so stark rückläufig gewesen, dass keine Eingangsklasse mehr gebildet werden konnte. "Wo bleibt denn da der Elternwille?", fragte Werner Goller.

Die FDP, so erklärte Marion Prondzinsky-Kohlmetz, habe sich schwer mit der Entscheidung getan und sich erst nach der Elternbefragung eine Meinung gebildet. Die Sekundarschule sei auch unter finanziellen Aspekten eine große Chance. "Ich appelliere an die CDU, sich zu öffnen."

(RP)