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Richrath: Bürger wollen den Tunnel schnell

Richrath : Bürger wollen den Tunnel schnell

Der durch Schranken geregelte Bahnübergang an der Kaiserstraße soll durch eine Unterführung ersetzt werden. Dass die Stadtpolitiker statt der baureifen ohrförmigen Variante aus Kostengründen einen kleineren Tunnel bevorzugen, entsetzt Hans-Josef Gladbach und Lothar Portugall.

Hans-Josef Gladbach (72) und Lothar Portugall (64) sind nach eigenen Worten entsetzt. Grund ihres Zorns: der nach ihrer Ansicht falsche Zuschnitt einer Unterführung, die den durch Schranken geregelten Bahnübergang an der Kaiserstraße ersetzen soll. Die beiden Ur-Richrather, die für die CDU 29 beziehungsweise 14 Jahre lang im Stadtrat saßen, sehen sich durch die Kehrtwende der heutigen Politikgeneration um die Früchte des Aufwands gebracht, mit dem, so Gladbach, "seit den 1980er-Jahren in einem langwierigen Abstimmungsprozess eine große Unterführung genau auf die Bedürfnisse Richraths zugeschnitten worden war".

Wie die RP berichtete, hatten sich die Stadtpolitiker vor drei Wochen im Bau- und Verkehrsausschuss mehr oder weniger von dem ohr-förmigen Entwurf mit großer Schleife verabschiedet, der das Planfeststellungsverfahren bereits durchlaufen hatte und mit 7,9 Millionen Euro veranschlagt ist, von denen die Stadt 4,7 Millionen übernehmen müsste (siehe Infokasten). Stattdessen beauftragten die Ausschussmitglieder die Verwaltung, eine mit 1,7 Millionen Euro für die Stadt deutlich günstiger geschätzte Variante voranzutreiben: eine gerade verlaufende Unterführung nördlich der heutigen Schranken, die nahe dem Autohaus von der Hildener Straße abzweigt.

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Gefährlicher Schranken-Übergang

Ein nach Ansicht von Gladbach und Portugall vorschneller und falscher Beschluss. "Die Schranken-Übergang ist gefährlich und muss endlich beseitigt werden", sagte Portugall. "Und allein der ohrförmige Entwurf ist baureif." Danach soll die Fahrbahn von der Hildener Straße der heutigen Busschleife folgen und unter der Hildener Straße sowie den Gleisen hindurch an der Winkelstraße in die Kaiserstraße einschwenken. Wenn statt dieser baureifen Lösung an anderer Stelle beim Autohaus Lindemann ein gerader Tunnel angelegt werden solle, bleibe der Gefahrenpunkt für mindestens zehn weitere Jahre bestehen, haderte Portugall.

Zudem habe die Verschiebung der Unterführung nach Norden mehrere Nachteile, merkte Gladbach an. "Dadurch würde viel Durchgangsverkehr aus Hilden in die Richrather Ortsmitte gezogen, außerdem Schleichverkehr aus Solingen, der über Richrath-Nord zur A 59 gelangen möchte." Für völlig ungeeignet hält Gladbach, der bis zu seinem Ausscheiden aus dem Rat 2004 Vorsitzender des Planungsausschusses war, diese Verschiebung zum Autohaus hin außerdem aus Sicht von Fußgängern und Radfahrern. "Kein Gesamtschüler fährt diesen Umweg bis zu Lindemann. Die kleine Unterführung ist für Autofahrer nützlich — vor allem für die Hildener."

Der im Raume stehende Kostenvergleich müsse noch einmal genau durchgerechnet werden, sagte Betriebswirt Portugall. "In die baureife große Variante wurde ja bereits viel Geld gesteckt." Für die kleinere Variante müsste das Planverfahren noch einmal aufgerollt werden. Zudem seien beim Ohr-Entwurf nachträglich Dinge draufgesattelt worden, die nach Ansicht des 64-Jährigen unnötig sind. "Der Radweg an der Nordseite durch die Unterführung ist überflüssig, der auf der Südseite reicht. Zumal es ganz in der Nähe ja auch noch die Unterführung zur Haus-Gravener-Straße gibt." Auch bei der Durchfahrtshöhe ließen sich Kosten sparen. "Es reicht doch, wenn die Linienbusse durchkommen. Hohe Lastwagen sollten über den Winkelsweg in die Richrather Ortsmitte gelangen."

Abschließend appellierten Gladbach und Portugall im RP-Gespräch, in Richrath eine neue Bürgerversammlung einzuberufen.

(RP/ac)