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Langenfeld: Bürger kritisieren Kahlschlag im Wald Hapelrath

Langenfeld : Bürger kritisieren Kahlschlag im Wald Hapelrath

Anwohner bezweifeln, dass die Abholzarbeiten einer nachhaltigen Forstwirtschaft entsprechen.

Karl Wilhelm Bergfeld ist besorgt. Wie im vergangenen Jahr hält er auch die aktuell im Wald um Hapelrath laufenden Forstarbeiten für überzogen. Bergfeld, der in der Siedlung Hapelrath wohnt, erkennt nach eigenen Angaben bei den Baumfällungen weder eine "bedarfsgerechte Walderschließung, noch ein "pflegliches Vorgehen" geschweige denn eine "Anwendung von bestands- und bodenschonenden Techniken".

Die Waldarbeiter, so Bergfeld, gehen mit schwerem Gerät, nämlich Erntemaschinen und Rückefahrzeugen, vor. "Stellenweise ist der Wald so weit ausgelichtet, dass auch die Forderung nach Nachhaltigkeit nicht mehr erfüllt ist."

Bergfeld befürchtet, dass jetzt in jedem Jahr die Bäume abgeholzt werden und das Waldstück zwischen A3 und Hapelrath, das für ihn und seine Nachbarschaft immer auch ein Schutzwall gegen den Lärm der nahen Autobahn war, immer weniger diese Aufgabe erfüllen kann. "Feuchtbiotope werden mit Kronenholz zugeschüttet, in voller Blüte stehende Wildkirschen werden gefällt", klagt Bergfeld mit Blick auf die Umgebung .

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Auch der Galkhausener Bach im Bereich zwischen A 3 und Hapelrath sei stark in Mitleidenschaft gezogen. Förster Karl Zimmermann sieht die Baumfällungen mit gewisser Skepsis. Er ist aber nicht für das Waldstück Hapelrath zuständig, sondern unter anderem für den Privatwald Knipprather Forst. "Gegen das Abholzen können wir nichts machen", sagt er. Verwaltungstechnisch ist der Landesbetrieb Wald & Holz, Bezirk Bergisches Land, zuständig. Der Leiter, Hermann Fröhlingsdorf, dem das Schreiben von Karl Wilhelm Bergfeld ebenfalls vorliegt, war gestern jedoch zu keiner Stellungnahme zu erreichen.

Der Wald in Hapelrath gehört der Grafenfamilie Mirbach-Harff. "Wir betreiben nachhaltige Forstwirtschaft", teilt die Familie mit. Seit 500 Jahren würden die Waldbesitzer so vorgehen. "Wir entnehmen das, was wieder zuwächst." Vorrangig würden kranke Bäume entnommen, ab und an jedoch auch ein gesunder. Ein Problem sei das Muffelwild, das im Wachsen begriffene Bäume auffrisst. Dies sei jedoch ein jagdrechtliches Problem. Im vergangenen Frühjahr hatte die Mirbach'sche Forstverwaltung mit den Fällarbeiten begonnen, sie aber wegen des schlechten Wetters nicht beenden können. Deshalb rücken die Waldarbeiter in diesem Jahr erneut aus.

"In den nächsten fünf Jahren sind keine Maßnahmen geplant", heißt es weiter. Innerhalb dieses Zeitraumes müsste sich der Wald wieder verjüngt haben — wenn man das Problem mit dem Muffelwild in den Griff bekommt.

Für den Kahlschlag entlang einer Gasleitung, die parallel zur Autobahn verläuft, sei aber nicht die Familie Mirbach-Harff verantwortlich. "Das ärgert uns selber", heißt es.

(RP)