Langenfeld/Monheim: Buchhändler setzen auf Zusatzsortiment

Langenfeld/Monheim : Buchhändler setzen auf Zusatzsortiment

In Zeiten des Internethandels erweitern die Buchhändler in Langenfeld und Monheim ihr Angebot – zum Beispiel um Taschen.

Vom Einkauf im Internet hält Irene Schröder eigentlich nicht viel. "Ich habe dennoch jetzt erstmals etwas bestellt. Dort konnte ich in Ruhe gucken und suchen, welche Bücher ich zu Weihnachten verschenke", berichtet die Langenfelderin. Die bestellten Bücher holt Irene Schröder lieber weiter bei der Buchhandlung Langen persönlich ab und zahlt dort. Beim Betreten des Geschäfts am Langenfelder Marktplatz fallen sofort die zahlreichen Taschen auf. Auf der linken Ladenseite gibt es Regenschirme, Geldbörsen, Koffer und Schreibwaren. Rechts und im hinteren Bereich finden sich weiterhin die klassischen Bücherregale.

Linda Rossbach setzt auf Spielzeug und andere Medien. Sabine Kolodzinsky (r.) in der Buchhandlung Langen bietet den überwiegend weiblichen Kunden auch Taschen und Portemonnaies an. Foto: matzerath

Unter dem steigenden Umsatz des Internet-Versandhandels und der Konkurrenz durch große Ketten wie Thalia oder Mayersche leiden auch die Langenfelder und Monheimer Händler mit kleineren Läden. Sie müssen sich etwas einfallen lassen. "Taschen sind ein sehr emotionales Produkt", weiß Stefan Abele. "Da 80 Prozent unserer Kunden Frauen sind, lag die Idee mit den Taschen nahe", berichtet der Inhaber der Buchhandlung Langen. "Ein solches Geschäft fehlt hier einfach, nachdem es Karstadt und Hertie nicht mehr gibt", fügt Sabine Kolodzinsky hinzu. "Die großen Ketten sehen alle gleich aus. Wir können uns damit abheben", freut sich die Mitarbeiterin. Stefan Abele hat für seine beiden Buchläden in Langenfeld und in Leichlingen das Geschäft auch im Internet ausgebaut. Dennoch wirbt er für die lokale Wirtschaft. "Lass den Klick in deiner Stadt", schlägt er vor.

Ganz klassisch sieht es in der Bücherecke von Hiltrud Markett an der Hauptstraße aus. Die Regale stehen voller Bücher. Der Laden hat einen Holzfußboden. Im hinteren Bereich steht ein alter Schreibtisch. Neben Büchern und wenigen ausgewählten Hörbüchern gibt es einen Tisch mit Weihnachtsartikeln, dazu kleine Plüschtiere und Spielsachen für Kinder. "Ich schätze die Atmosphäre hier. Da ich die Mitarbeiter kenne, gibt es beim Buchkauf auch das ein oder andere Gespräch", lobt Regina Döring. "Daher versuche ich kleinere Läden zu unterstützen und kaufe hier", erklärt die Kundin. "Viele Bücher und nur wenig Krempel", formuliert es Hiltrud Markett kurz und bündig. Der Service stehe im Vordergrund.

Auch Linda Rossbach stellte ihre Bücherstube an der Alten Schulstraße in Monheim auf den neuen Markt ein. "Wir sind mittlerweile mehr ein Medienhändler als ein klassischer Buchhändler", sagt die Inhaberin. Denn CDs, DVDs oder Hörbücher nahmen bereits Einzug in die Regale. Fest im Sortiment sind auch Gesellschaftsspiele und Kinderspielzeug. Zusätzlich locken Veranstaltungen in die Bücherstube. "Wir hatten im Sommer Musik- und Lyrikabende. Am Welttag des Buches haben wir Schulklassen durch den Buchladen geführt", berichtet Linda Rossbach. Gerade erst gab es eine Lesung mit dem Autor Mike Altwicker. Freilich gibt es die Bücherstube auch im Internet, ein e-Book- oder Hörbuch-Download taugt jedoch wenig als verpacktes Geschenk. "Wir können im Geschäft immer noch sagen ,Nein, kaufen Sie nicht dieses Buch, sondern das andere.' Das kann Amazon nicht", weist Rossbach auf den Service des Händlers hin.

(RP)
Mehr von RP ONLINE