Langenfeld: Bluttat im Asylhaus: Langenfeld will Täter loswerden

Langenfeld: Bluttat im Asylhaus: Langenfeld will Täter loswerden

Die Stadt hat beim Land beantragt, den 29-Jährigen in einer anderen Kommune unterzubringen.

Der Asylbewerber, der vor knapp drei Wochen einen Mitbewohner in einem Flüchtlingshaus am Fahlerweg schwer verletzt hat, soll nach dem Willen der Stadt in eine Unterkunft außerhalb von Langenfeld umziehen. "Wir haben am Donnerstag bei der Bezirksregierung einen Umverteilungsantrag gestellt", teilte Marion Prell, Vizechefin im Rathaus, gestern mit.

Zugleich korrigierte die Beigeordnete eine Angabe vom Wochenbeginn: Die vierköpfige schwarzafrikanische Familie (ohne Vater) teilt sich nach wie vor das Haus mit dem Iraker (29), gegen den die Polizei nach dem Angriff auf einen Iraner (32) wegen Gefährlicher Körperverletzung ermittelt. "Der auf Wunsch der Mutter beschlossene Umzug in eine andere Unterkunft wurde aufgrund ihrer weit fortgeschrittenen Schwangerschaft auf einen Termin nach der Entbindung verschoben", so Prell. So habe es sich die Schwangere gewünscht.

Nachbarn hatten die RP darauf hingewiesen, dass die Familie entgegen der Berichterstattung weiter in dem Haus ein- und ausgeht. Ein Anwohner äußerte zudem sein Unverständnis über die Unterbringung von Flüchtlingen "mitten in einem Wohngebiet": "Warum nutzt man nicht Unterkünfte, die extra für diesen Zweck errichtet wurden und zum Teil sogar leerstehen", fragt der Mittfünfziger. Ein weiterer Anwohner sorgt sich, dass von dem mutmaßlichen Täter eine Gefahr für die Nachbarschaft ausgehen könnte.

  • Langenfeld : Langenfeld beherbergt 637 Flüchtlinge

Zu der Nutzung des Einfamilienhauses am Fahlerweg, in dem jahrzehntelang eine dreiköpfige Familie wohnte und das sich nun im Eigentum der Stadt befindet, sagt Prell: "Bei der Versorgung von Asylbewerbern mit Wohnraum erfolgt - soweit dies möglich ist - eine Verteilung über das gesamte Stadtgebiet. Hierfür wurden und werden auch kleinere Einheiten genutzt, die der Stadt zur Verfügung stehen." Dass einer der beiden Modulbauten an der Theodor-Heuss-Straße seit seiner Fertigstellung vor gut einem Jahr leersteht, begründet Prell mit den Unwägbarkeiten beim Zuzug: "Reservekapazitäten können schneller benötigt werden, als mancher glaubt", sagte die Beigeordnete mit Blick auf die Flüchtlingswelle 2015/16, als die Stadt mehrere Sport- und Festhallen zweckentfremden musste.

Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise lebten fast 1000 Asylbewerber in Langenfeld. Derzeit sind es rund 700. Zur möglichen Gefährlichkeit des mutmaßlichen Täters vom 23. Juli äußerte sich Prell nicht. Diese Einschätzung obliegt auch nicht der Stadt, sondern der Polizei. Die geht nach den Ermittlungen davon aus, dass von dem Iraker keine Gefahren für Dritte ausgehen. "Es handelte sich um eine Außeneinandersetzung zwischen zwei Personen, von der Außenstehende nicht betroffen sind", sagte Polizeisprecher Ulrich Löhe gestern.

Laut Flüchtlingshilfe Langenfeld hatte der Iraker den Iraner nach dessen Aussage aus christenfeindlichen Motiven mit einem Messer attackiert. Nach einem fünftägigen Aufenthalt in der Düsseldorfer Uniklinik wird der 32-Jährige wegen der psychischen Folgen in der LVR-Klinik behandelt. Die Polizei machte aus ermittlungstaktischen Gründen bisher keine Angaben.

(gut)