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Langenfeld: Blauer Reiter nimmt 2500-Besucher-Hürde

Langenfeld : Blauer Reiter nimmt 2500-Besucher-Hürde

Die aktuelle Schau im Langenfelder Stadtmuseum zählt damit zu den drei erfolgreichsten Ausstellungen des Hauses.

So oft wie bei dieser Ausstellung wird Alexandra Hinke selten für Führungen gebucht. Und auch die regelmäßigen offenen Führungen sind, seit das Langenfelder Stadtmuseum Ende Oktober die "Blauer Reiter"-Schau eröffnet hat, sehr gefragt. Das Schöne für die Museumsmitarbeiterin: Nicht nur die Besucher, auch sie selbst lernt dazu. So wies kürzlich einer ihrer Zuhörer auf ein sich umarmendes Paar hin, das er in einem eigentlich abstrakten, farbintensiven Ölgemälde von Hans Mattis-Teutsch ("Seelenblumen") erkannte. "Das hatten weder die anderen Teilnehmer noch ich entdeckt", berichtet Hinke.

Die Ausstellung "Wegbereiter der Moderne - Der Blaue Reiter" ist noch bis zum 22. Januar im Freiherr-vom-Stein-Haus zu sehen. In dieser Woche dürfte die Schau die 2500-Besucher-Marke knacken. Damit zählt sie zu den "Top 3" der Wechselausstellungen, die bislang in dem Haus gezeigt wurden. An der Spitze liegt bislang die "Künstlerkolonie Nidden" (2012) mit 3840 Besuchern, gefolgt von "Zille/Kollwitz/Berliner Milljöh" (2013/14; 3112 Besucher), "Nuhr fotografiert" (2012; 2518) und "Dalís Fegefeuer" (2013, 2196).

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Nun also der expressionistische "Blaue Reiter" mit 45 Federlithographien, Farbholzschnitten, Tusche- und Bleistiftzeichnungen sowie Ölgemälden von Wassily Kandinsky, Franz Marc und anderen Mitgliedern der berühmten Künstlervereinigung aus den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg. Die Schau hat über Langenfeld und seine Nachbarstädte hinaus großes Interesse geweckt. "Wir erhalten Zulauf nicht nur aus dem Kreis Mettmann, sondern beispielsweise auch aus dem Ruhrgebiet, vom Niederrhein oder aus dem Sauerland", sagt der stellvertretende Museumsleiter Eckart Heske. Überdurchschnittlich gefragt seien Führungen für geschlossene Besuchergruppen. "Wir gehen davon aus, dass es sich hierbei um ein Publikum handelt, das sich mit dem ,Blauen Reiter' bereits auskennt", sagt Heske. Etwa 20 Führungen (inklusive der offenen) mit durchschnittlich 15 Personen hat er bislang gezählt.

Der "Blaue Reiter" gilt als eines der wichtigsten Kapitel der Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts. Das Langenfelder Stadtmuseum zeigt sonst selten zu sehende Werke wie Gabriele Münters "Landhaus Marialde bei Rorschach" - eine Leihgabe des Wiesbadener Privatsammlers Frank Brabant. Neben der allgemeinen Zugkraft des "Blauen Reiters" sieht Heske einen weiteren Grund für den Erfolg im verstärkten Einsatz von Anzeigen und Werbung: "Wir sind seit kurzem auf Facebook aktiv. Zudem verbreitet ein bekanntes Kunstmagazin unsere Anzeige, das sogar in Österreich verkauft wird. Wir haben damit sehr positive Erfahrungen gemacht."

Fragt man die Besucher, so äußert sich die Mehrheit positiv über die Schau. "Durch die Ausstellung und die Führung werden auch Hintergründe und Geschichte des ,Blauen Reiters' klar. Der Zugang zu den Kunstwerken wird dadurch erleichtert", sagt etwa eine Langenfelderin nach der Führung mit Alexandra Hinke. Womit sie nicht gerechnet habe, seien die kleinen Zeichnungen neben den großen Gemälden. "Manche Werke vermisse ich auch", sagt die Dame.

Die nächste offene Führung durch die Schau ist bereits heute, 11 Uhr. Weitere sind am Mittwoch, 18., und am Donnerstag, 19. Januar, jeweils um 16 Uhr (Gebühr: 2,50 Euro). Der Eintritt zu der Ausstellung ist frei. Geöffnet ist das Stadtmuseum, Hauptstraße 83, täglich außer montags, 10 bis 17 Uhr.

(RP)