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Langenfeld: Bis Oktober werden zehn Straßen saniert

Langenfeld : Bis Oktober werden zehn Straßen saniert

Ab heute sind von der Stadt beauftragte Straßenbauer in Langenfeld unterwegs, um marode Asphaltdecken zu erneuern. Für die Anwohner entstehen keine Kosten, aber sie müssen mit Vollsperrungen rechnen.

Grobe Risse ziehen sich vom Bürgersteig bis zur Mitte der Straße. In regelmäßigen Abständen sind Schlaglöcher zu sehen. An unzähligen Stellen wurde der Asphalt aufgerissen und notdürftig geflickt. An den Rändern bröselt der offensichtlich marode Belag in kleinen Brocken vor sich hin. Es ist kein schönes Bild, das die Galkhausener Straße gegenwärtig bietet. Sie ist eine von zehn Straßen, die ihren Ursprung in den 1960er Jahren haben und in den nächsten Wochen saniert werden. Provisorische Parkverbotsschilder weisen auf die bevorstehenden Arbeiten am Asphalt hin.

 Die Halteverbotsschilder auf den Straßen, die in den nächsten Wochen in Langenfeld erneuert werden (siehe Grafik), sind überwiegend schon aufgestellt. Vom Betriebshof packten Uwe Klauser (vo.) und Andreas Schulz mit an.
Die Halteverbotsschilder auf den Straßen, die in den nächsten Wochen in Langenfeld erneuert werden (siehe Grafik), sind überwiegend schon aufgestellt. Vom Betriebshof packten Uwe Klauser (vo.) und Andreas Schulz mit an. Foto: Matzerath

Beauftragt mit der Erneuerung ist die Straßenbaufirma Dr. Fink-Stauf aus dem oberbergischen Much. Ihre Fräse wird über die in die Jahre gekommenen Straßen rollen. Der bisweilen marode Flickenteppich wird komplett abgetragen. "Insgesamt werden zwei Zentimeter der Deckschicht abgefräst", erklärt Bastian Steinbacher. Der 33-Jährige leitet den städtischen Betriebshof, der für den Unterhalt der Straßen zuständig ist. "Anschließend kommt ein Carbongitter sowie ein neuer Asphaltbelag auf die Fläche. Das hält noch einmal für gut 20 Jahre, bevor eine komplette Erneuerung ansteht."

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Auf die Anwohner kommen keine Kosten zu. Sie können nur über das Kommunalabgabengesetz zur Finanzierung herangezogen werden, wenn eine hinfällige Straße von Grund auf neu gebaut werden muss. Bei den jetzt anlaufenden Maßnahmen zur Instandhaltung ist das nicht der Fall. "Die Bauarbeiten sollen für die Anwohner so kurz und angenehm wie mögliche verlaufen", betont Steinbacher, "aber es wird zeitweise zu Vollsperrungen kommen. Das lässt sich nicht komplett verhindern."

In Langenfeld gibt es einige Straßen, die über ihr Verfallsdatum hinaus sind. In den 1960er Jahren wurden viele Wohnsiedlungen und Gewerbegebiete erschlossen. Der Infrastruktur-Ausbau als Frucht des Wirtschaftswunders. Im Straßenbau galten damals noch ganz andere Standards. Hauptsache schnell und vergleichsweise billig war die Devise der Planer. Eine Schotterschicht unter dem Asphalt musste als Unterbau genügen. Zu wenig für heutige Ansprüche: "Kaum jemand hat damals damit gerechnet, dass das Verkehrsaufkommen so zunehmen würde", sagt Steinbacher. Vor allem der Bus- und Lkw-Verkehr mache dem Asphalt auf Dauer stark zu schaffen. "Eine Straße ist immer nur so gut wie ihr Untergrund. Daran haben die damaligen Straßenbauer nicht unbedingt gedacht." Es werde daher auch in den kommenden Jahren immer wieder Sanierungen und auch komplette Erneuerungen von Fahrbahnen geben.

Im Schnitt kostet eine neue Straße 100 bis 120 Euro pro Quadratmeter. Insgesamt umfasst das Langenfelder Straßennetz rund 400 Kilometer – ohne Feld- und Radwege. "Der Straßenbau hat sich in den letzten Jahrzehnten weiter entwickelt", erklärt Wolfgang Honskamp, Leiter des Referats für Umwelt, Verkehr und Tiefbau im Rathaus. "Der Untergrund ist immer wichtiger geworden. Das ist eine Wissenschaft für sich." Dieses "Straßenfundament" ist bei den bevorstehenden Sanierungen allerdings nicht betroffen. "Die Lebenserwartung einer Straße liegt bei etwa 50 Jahren", weiß Honskamp. "In einigen Fällen in Langenfeld ist dieses Alter schon längst überschritten."

(DORA)