Monheim: Bibliothek soll Ort der Begegnung werden

Monheim : Bibliothek soll Ort der Begegnung werden

Empfangstheke, Medienschrankwand und Rückgabekasten werden in 2015 ersetzt werden. Es fehlen Rückzugsräume für Gruppenangebote.

Seit Anfang des Jahres firmiert die Bibliothek in Monheim wieder unter dem Stadtsiegel. Bis 2013 war sie als gemeinnützige GmbH ausgelagert, um sie vor einer etwaigen Schließung unter dem Nothaushaltsrecht zu bewahren. Jetzt soll die Einrichtung im Kulturzenrum nicht nur von ihrer Ausstattung her, sondern auch inhaltlich durch ein noch zu erarbeitendes Nutzungskonzept an moderne Bibliotheksstandards angepasst werden. "Wir verstehen uns nicht mehr nur als reine Ausleihstätte, sondern auch als einen Ort der Begegnung", sagt ihr Leiter Martin Führer.

So würde das Schülerzentrum bereits jetzt gerne zum Lernen in Gruppen genutzt. Die Oberstufenschüler, die das Schulgelände während der Unterrichtszeit verlassen dürfen, suchten die Räume auch während der großen Pausen auf. Dafür habe die Bibliothek ihre Öffnungszeiten über den Mittag ausgedehnt. Auch das Bilderbuchkino, bei dem Kleinkinder die gerade gehörten Geschichten in Bilder und Bastelarbeiten umsetzen, sei ein über das Kerngeschäft hinausgehendes Angebot. Im Grunde müssten seiner Ansicht nach für diese Zielgruppen aber schallisoliert abgeschlossene Einheiten geschaffen werden, weil es unter Kindern naturgemäß schon mal lauter zugehe.

Konkreter sind die Pläne, das teilweise aus der Entstehungszeit stammende Inventar zu ersetzen: So sollen die Empfangstheke und die dahinterliegende Schrankwand, in der CDs, DVDs und PC-Spiele gelagert werden, erneuert werden. "Sie sind optisch und funktional einfach nicht mehr zeitgemäß", so Führer. Auch die Rückgabemöglichkeiten außerhalb der Öffnungszeiten sollen verbessert werden. Der Briefkasten, in den die Nutzer die zur Rückgabe bestimmten Medien einwerfen können, ist von seinen Aufnahmekapazitäten her sehr begrenzt. Es sei aus Kostengründen nicht unbedingt an eine automatische Rückgabeeinrichtung gedacht, über die man seinen Ausweis einlesen lassen muss, damit sich die Bücherschleuse öffnet. "So viel wird das nicht genutzt", meint Führer. Auch die Barrierefreiheit der Bücherei sei noch unbefriedigend. Die Türen öffneten nicht automatisch, bildeten zum Teil gar eine doppelte Barriere. "Leider funktioniert der Aufzug immer noch nicht, aber man arbeitet daran", berichtet er. Glücklicherweise stünden im Obergeschoss vor allem die Medien, die von den Nutzern eher seltener ausgeliehen werden: Sachbücher zu den Gebieten Philosophie, Mathematik und Kunst.

Sukzessive sollen auch die Sitzgelegenheiten und Bücherregale ausgewechselt werden. "Das Metallregal für die Romane ist zwar sehr stabil, nach 40 Jahren aber optisch nicht auf der Höhe der Zeit", sagt Führer. Etwa 20 000 Euro sehe der Haushalt 2015 für die ersten Neuanschaffungen vor. Insbesondere bei einem Blick aus dem Fenster, wo auf der anderen Straßenseite die neue Musikschule entsteht, werden Begehrlichkeiten geweckt. "Die gesamte Kultur könnte sich auch einen Standort woanders vorstellen", sagt Martin Führer. Die Nutzungsfläche sei mit 1100 Quadratmetern zwar ausreichend, aber wenn man sich zu einer Begegnungsstätte entwickelt wolle, müssten dafür geeignete Räume geschaffen werden. Nach 40 Jahren sei die Bausubstanz einfach nicht mehr in gutem Zustand, gerade durch die großen Fensterflächen gehe viel Wärme verloren.

(RP)
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