Reusrath: Besucher bemängeln Friedhofspflege

Reusrath : Besucher bemängeln Friedhofspflege

Herumliegende, gefällte Bäume "Dreckhaufen" unter planen stören die besucher des Reusrather Friedhofs.

Für Dietrich Manger ist der Zustand des Reusrather Friedhofs ein Ärgernis. Abgeholzte Bäume, verrottende Äste in einer langen Reihe und Unkraut zwischen den angepflanzten Bodendeckern, dazu ein großer "Dreckhaufen" unter einer Plane neben dem Haus des Friedhofsgärtners: Manger empfindet den Friedhof rechts des Haupteingangs als "völlig verunstaltet".

Besonders stören ihn drei Bereiche. An den Gräbern rechts des Eingangs seien die Hecken entfernt und durch Bodendecker ersetzt worden. Während die niedrigen Bodendecker im Winter braun und abgestorben wirken, grünt dazwischen schon das Unkraut. Zwischen den Rasenflächen jenseits der Friedhofskapelle seien die Baumreihen entfernt worden. Äste und Zweige vermodern nun, ganz in der Nähe, in einer langen Reihe am Rand des Friedhofs Richtung Acker.

Ein anderer Besucher einer Grabstätte ist im Urteil gespalten: "Das sieht zwar nicht schön aus, aber das stört mich nicht", ist die erste Reaktion auf die vermodernden Äste; die zweite: "Wir haben hier in Langenfeld doch Deponien; da könnte man es hinbringen." Zum Vergleich zeigt Manger auf die Hecken im anderen Teil des Friedhofs, die noch stehen geblieben sind: Das sei doch "ein ansprechend schöner Anblick" für einen Friedhof.

Pfarrerin Angela Schiller-Meyer, stellvertretende Vorsitzende des Presbyteriums und derzeit Vorsitzende des "Arbeitskreises Friedhof" der evangelischen Kirchengemeinde Langenfeld, kann den Unmut zwar verstehen, sieht die Lage aber anders.

"Bei sämtlichen öffentlich gestalteten Plätzen gehen einfach die Geschmäcker auseinander", sagt sie. Letztlich ausschlaggebend ist für sie aber eine Gesamtbetrachtung.

"Absolute Priorität hat für uns die Sicherheit." Wenn zum Beispiel der Baumpfleger bestimmte Bäume für nicht mehr sturmfest erkläre, müssten sie beseitigt werden. Hinzu komme, dass die Gemeinde zum Sparen gezwungen sei, und daran orientierten sich eben auch Gestaltung und Pflegeaufwand des Friedhofs. "Kosten, Personalaufwand, Pflegeaufwand und Ästhetik - all das spielt bei unseren Überlegungen eine Rolle." Als weiteren Punkt nennt Schiller-Meyer die ökologische Arbeit als Grundsatz des Friedhofsgärtners: "Das modernde Holz bietet auch Tieren einen Unterschlupf; Igel und andere Tiere können dort überwintern."

Mag sein, dass sich nicht jeder Friedhofsbesucher darüber freut, räumt sie ein. "Aber einige Besucher freuen sich vielleicht, wenn sie hier Tiere sehen, die sie anderswo nicht mehr finden."

(dgn)
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