Langenfeld/Monheim/Hilden: Berufsbörse will mehr Mädchen ansprechen

Langenfeld/Monheim/Hilden : Berufsbörse will mehr Mädchen ansprechen

Die Berufsbörse "BoB" am 14. Mai in der Stadthalle wirft ihre Schatten voraus. 110 Aussteller erwarten rund 2500 Schüler.

Was es mit der Energie-Effizienzklasse bei einem Kondenstrockner auf sich hat, weiß Ezona Drenica nicht so genau. Der Unterschied zwischen A+++, A++, B oder C habe bestimmt was mit dem Stromverbrauch des Geräts zu tun, mutmaßt die 16-Jährige, "aber sicher bin ich mir nicht." Im Fachgeschäft Expert-Hoffmann an der Krischerstraße in Monheim arbeitet die Hauptschülerin am Girl's Day mit — in die Technikabteilung des Elektronikmarktes.

"Verkäuferin ist ein sicherlich gängiger Beruf", meint Nadine Komor, "aber wenn es um Technik und Elektronik geht, sind junge Frauen eher rar gesät." Die 25-jährige Kölnerin ist schon seit einigen Jahren in der Branche tätig und betreut Ezona bei ihrem Schnuppertag ins Berufsleben. Sie geht mir ihr durch die verschiedenen Abteilungen und erklärt dabei, was die in dem Metier gängigen Ausdrücke "weiße Ware" und "braune Ware" bedeuten. Auch bei der Kundenberatung ist die Achtklässlerin dabei. "So erhält sie einen guten Überblick über meinen Berufsalltag", meint Komor.

Mit der Frage des Tages wurden die Mitarbeiter des Hildener Klärwerks gleich zu Beginn des "Girl's Day" konfrontiert. Eine junge Dame aus der elfköpfigen Besuchergruppe fragte ganz unverblümt in die Runde: "Schämen Sie sich eigentlich, wenn Sie erzählen, wo Sie arbeiten?" Da staunten die Fachkräfte für Abwassertechnik und die Wasserbauer vom Bergisch-Rheinischen Wasserverband (BRW) mit Sitz in Haan nicht schlecht — und nahmen die Frage zum Anlass mit genau solchen Vorurteilen aufzuräumen. Einen Tag lang stellten sie den 13 und 14 Jahre alten Mädchen aus Hilden, Solingen, Mettmann, Heiligenhaus, Erkrath und Solingen ausführlich ihre Berufe vor und zeigten ihnen ihre — zugegeben — nicht immer ganz geruchslose Arbeitsumgebung.

Der Langenfelder CDU-Politiker Hans-Dieter Clauser hat gestern die Berufsbörse (BOB), die am 14. Mai in der Langenfelder Stadthalle, stattfindet, im Monheimer Expert-Markt begonnen. "Wir erwarten rund 2500 Schüler aus Langenfeld und Monheim und 110 Aussteller in der Stadthalle", sagt Clauser. "Wir mussten sogar unseren eigenen Stand auf den Vorplatz verlegen, um Kapazität zu schaffen."

Begleitend zu den Ausstellern, zu denen große und kleine Unternehmen, einige Hochschulen und öffentliche Stellen gehören, gibt es diverse Vorträge in der Stadthalle. Einer davon richtet sich beispielsweise vor allem an die Eltern, die ihre Kinder fit für das Berufsleben machen wollen. Auch Studienberatung oder Tipps für die richtige Bewerbung werden von 11 bis 17 Uhr zum Thema. Ezona Drenica wird auch durch die Stadthalle stöbern und sich orientieren. "Ich bin mir noch nicht sicher, was ich nach der Schule machen will", meint die 16-Jährige. "Aber auf der Messe kann ich bestimmt ein paar Ideen sammeln." Das wird angesichts des Angebots wohl nicht so schwer sein.

Laut Clauser wird von den 340 Ausbildungsberufen in Deutschland etwa die Hälfte vertreten sein. Die Organisatoren sprechen allerdings nicht nur Schüler und Unternehmen an, sondern auch Lehrer und Eltern, die ein Rundschreiben zur Berufsbörse erhalten. "Gerade die Eltern sind wesentlich an der Berufsorientierung ihrer Kinder beteiligt", meint Clauser. "Deshalb würden wir uns wünschen, dass sie ihre Kinder zu einzelnen Ständen oder Vorträgen begleiten." Auch deswegen sei die Öffnungszeit der Messe von 11 bis 17 Uhr geplant. "So können auch berufstätige Eltern daran teilnehmen", betont der Veranstalter.

(arod)
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