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Langenfeld: Bauverein schafft Elektro-Tankstellen

Langenfeld : Bauverein schafft Elektro-Tankstellen

Im Denkmalgebiet Steinrausch wurden Häuser an der Richrather Straße für gut 2,7 Millionen Euro modernisiert.

Mehr als 35 Jahre hat Hans-Werner Blind (67) vom Schlafzimmerfenster auf eine relativ trostlose, ungeordnete Freifläche geschaut. Eine Fläche, wie sie in genossenschaftlichen Siedlungen der 60er Jahre üblich war, geprägt von asphaltierte Parkflächen, ein paar Wäscheleinen, wenig Grün. Jetzt tritt der gelernte Landschaftsbauer dort aus seiner 70 Quadratmeter großen Dreizimmerwohnung durch bodentiefe Glastüren auf eine Terrasse, die mit Rasen umgeben und von einer kleinen Hecke gesäumt wird. Gut 2,7 Millionen Euro hat der Bauverein investiert.

Beim Nachbarn vervollständigen Teich und Springbrunnen die Idylle. Die Bewohner der Obergeschosse verfügen jetzt statt der kleinen Austritte zur stark befahrenen Richrather Straße über nach Südwesten ausgerichtete Balkone. Neben den Balkonen sind die Aufstockung der Dachgeschosse und die großen Fensterflächen an den Giebelseiten die augenfälligsten Veränderungen.

Nicht so sichtbar, dafür im täglichen Gebrauch eine deutliche Verbesserung sind die Dämmmaßnahmen und die kontrollierte Wohnraumlüftung. Bodengleiche Duschen, schicke Armaturen und großflächige Kacheln sowie pfiffige Beleuchtungsideen haben aus bisher beengten, meist innenliegenden Badezimmern kleine Wohlfühloasen gemacht. "Genossenschaftliches Wohnen, top modernisiert und zentral gelegen", brachte es Hubertus Dedeck, Geschäftsführer und Vorstand des Bauvereins Langenfeld auf den Punkt.

Die beiden 1962 gebauten Häuser an der Richrather Straße erlaubten diese massiven Veränderungen, weil sie selbst nicht unter Denkmalschutz stehen, nur der Gebietsdenkmalschutz war zu beachten. Eine besondere Herausforderung war die Modernisierung über fast zwei Jahre im laufenden Betrieb.

"Den Bewohnern wurde eine alternative Unterbringung angeboten", so Dedeck. Die meisten, wie Blind, entschieden sich aber fürs Bleiben, "weil wir den Standort und die Hausgemeinschaft schätzen, und Lärm und Staub bei einer Baustelle unvermeidbar sind".

"Es hat sich gelohnt", sagt Blind. Auch die monatlich um 1,50 Euro pro Quadratmeter erhöhte Miete sei in Hinblick aufs Wohlfühlklima gut angelegt. Die "Kontrollierte Wohnraumlüftung" nutzt die Abwärme der verbrauchten Luft, um die durch feine Filter einströmende Luft zu erwärmen. Die langfristigen Strategien des Bauvereins, sich für die Zukunft zu wappnen, zeigen sich auch an der Überarbeitung der Außenanlagen. Die Gebäude hatten bisher 18 Wohnungen mit 1623 Quadratmetern Wohnfläche. Durch Aufstockung kamen vier Wohnungen mit 322 Quadratmetern hinzu. 14 oberirdische Stellplätze hat der Verein neu angelegt, darunter die Plätze für E-Mobile. Nicht nur vor der Terrasse der Blinds, sondern an allen Außenstellplätzen sind Vorkehrungen getroffen worden, um E-Mobilität zu fördern. Auch die sieben Garagen auf dem Grundstück können einbezogen werden. "Unsere Mieter können ihr Auto nachts in Wohnungsnähe aufladen", so Dedeck. "Ein kleiner Beitrag zur Mobilitätsförderungsstrategie der Stadt."

(mmo)