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Langenfeld: Bauverein packt Königsberger Straße noch nicht an

Langenfeld : Bauverein packt Königsberger Straße noch nicht an

Der Bauverein Langenfeld (BVL) hat seine Pläne für eine neue Siedlung an der Königsberger Straße erst einmal zurückgestellt.

"Bestandswahrung hat bei uns auch 2015 Priorität", sagte BVL-Chef Hubertus Dedeck auf die Frage nach der Realisierung der 2009 erstmals beschriebenen Idee, an der Königsberger Straße für mehr als 17 Millionen Euro 40 neue Wohnungen zu schaffen. "Wir müssen nicht unbedingt neu bauen, um erfolgreich zu sein. Pflege, Renovierung und Sanierung unserer knapp 1000 Wohnungen sind vorrangig".

Nach Dedecks Worten gibt es bei der 1919 gegründeten Genossenschaft keine kritisch langen Wartelisten von Wohnungssuchenden. Der Bestand von 944 Wohnungen verteilt sich auf 171 Häuser. Dazu kommen sechs gewerbliche Einheiten sowie 225 Einzelgaragen und 131 Tiefgaragenplätze. Aktuell würden zwei Häuser an der Richrather Straße energieeffizient modernisiert. "Dabei entstehen durch Aufstockung vier neue Wohnungen im Dachgeschoss." Folgen sollen in 2015 weitere Häuser in der Jahnstraße 27, 29 und 31 sowie Querstraße 1, 3 und 5. Ausschließen will der BVL-Chef in Sachen Neubau andererseits nichts, "Die Zinsen sind gegenwärtig noch immer attraktiv genug." Die ursprünglichen Planungen wurden modifiziert, auch wegen der verschärften bauordnungsrechtlichen Vorgaben. "Es geht um Niedrigenergie-Häuser oder sogar Häuser, die ein Energie-Plus erzeugen."

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Im Langenfelder Rathaus würde es Referatsleiter Stephan Anhalt nach eigenen Worten begrüßen, wenn die von Rat und Verwaltung durch einen Bebauungsplan geschaffenen Voraussetzungen zum Bau von Wohnungen auch genutzt würden. "Wenigstens in einem ersten Abschnitt." Eine Verdichtung der Innenstadt sei das vorrangige Ziel, "ehe wir in sensiblen Bereichen neue Flächen suchen". Indes gebe es keine rechtlichen Möglichkeiten, private Investoren zur Realisierung von Planungen zu zwingen, das gilt auch für den BVL.

Dass die Mieter sich in den BVL-Wohnungen nach seinem Eindruck wohl fühlen, führt Dedeck auch auf das moderne, computerunterstützte "Mieterportal" zurück. "Die Mieter können jederzeit ihren Energieverbrauch Raum für Raum ablesen und damit ihr Nutzerverhalten besser steuern als bei nur jährlicher, nachträglicher Abrechnung." Störungen oder kleine Defekte werden neben der Verwaltung unmittelbar einem Handwerker gemeldet, der mit dem Mieter unmittelbar Termine ausmachen kann. Auch bei der Rechnungskontrolle helfe das System, das zukünftig auch von unterwegs über das Tablet oder das Smartphone geladen werden kann.

Das internetgestützte "Langenfelder Modell" ist in der Branche inzwischen so bekannt, dass Susanne Lindau und Michael Spieth vom BVL Mitte Dezember ihre Erfahrungen auf einer Fachtagung des "Arbeitskreises Großer Wohnungsunternehmen" in Stuttgart vorstellten. "Die rund 50 Vertreter der Unternehmen, die jeweils über mindestens 15 000 Wohnungen verfügen, waren von der Transparenz unseres Systems sehr angetan", erinnert sich Lindau an ihren Auftritt.

Dedeck ahnt jedoch, dass es "für die Großen der Branche schwieriger als für ein kleines, kommunales Unternehmen" ist, solche Projekte auf den Weg zu bringen. "Ein privates Unternehmen verfolgt unter wirtschaftlichen Zwängen andere Prioritäten." Beim BVL hingegen spiele neben der Wirtschaftlichkeit auch der mit geringerem Energieverbrauch verbundene Klimaschutz eine wichtige Rolle.

(mmo)