Baukrise in Monheim Bauprojekte werden um 15 Prozent teurer

Monheim · Lieferengpässe bei Heizungen und Dämmstoffen, stark gestiegene Preise bei Stahl und Holz, höhere Energie- und Spritpreise für Baustellenfahrzeuge und dazu europäische Bauvorschriften, die mehr Materialeinsatz fordern und so Bauprojekte zusätzlich verteuern. Die Grünen im Monheimer Stadtrat hatten dazu eine Anfrage eingereicht, die Bürgermeister Daniel Zimmermann beantwortete.

Das Haus der Hilfsorganisationen verzögert sich, weil die Planung neu ausgeschrieben werden musste.

Das Haus der Hilfsorganisationen verzögert sich, weil die Planung neu ausgeschrieben werden musste.

Foto: Matzerath, Ralph (rm-)

(elm) Da viele Projekte heute kaum mehr kalkulierbar sind, haben viele Bauträger ihre Planungen erst einmal auf Eis gelegt. Die Stadt Monheim indes arbeitet weiterhin unbeeindruckt ihre sehr umfängliche Projektliste ab. Dies haben die Grünen zum Anlass für eine Anfrage im Bauausschuss gemacht.

Sie wollten wissen, wie die Verwaltung die Chancen einschätzt, dass ihre insgesamt 37 Bauprojekte nach Plan fertig werden. Nach Angaben der Stadt liege die Hälfte aller Bauprojekte zeitlich im Plan und werde voraussichtlich zu den in den jeweiligen Vorlagen der Baubeschlüsse genannten Terminen fertig. Lediglich bei drei Maßnahmen räumt die Stadt größere Verzögerungen ein: beim Haus der Hilfsorganisationen, das die Stadt auf der Suche nach einem Generalplaner neu ausschreiben muss, dem Feuerwehrgerätehaus Baumberg und dem Umbau der Peter-Ustinov-Gesamtschule. Diese Verzögerungen seien jedoch schon in der Planungsphase entstanden, erklärte Daniel Zimmermann im Ausschuss. Ebenso wie im Fall der begonnenen Projekte, bei denen es zu kleineren Verzögerungen gekommen, sei dies nicht der aktuellen Situationen von Lieferengpässen geschuldet.

Bei den zu erwartenden Kosten gehe die Verwaltung zurzeit im Mittel von einer Kostensteigerung in Höhe von bis zu 15 Prozent pro Jahr aus. „Die Kostensteigerungen resultieren vor allem aus elf Projekten“, so Zimmermann. „Alle anderen genannten Projekte liegen voraussichtlich im geplanten Budget.“ Die Beratungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers zumindest hält eine Preissteigerung in der Bauwirtschaft von mehr als 20 Prozent für realistisch. In den kommenden beiden Jahren erwarten die Experten keine Entspannung der Preise.

Unter den 37 Projekten der Stadt sind auch bereits das Programmkino in der Altstadt und die Modernisierung und brandschutztechnische Ertüchtigung des Bildungs- und Kulturzentrums (die Bowling-Bahn für das Haus der Jugend) aufgeführt. Wegen Unstimmigkeiten mit der Eigentümergemeinschaft hat der Umbau von einigen Ladenlokale am Ernst-Reuter-Platz in Wohnungen mittelfristig wohl aber keine Chance auf eine Realisierung.

(elm)