Monheim: Baumberger Gemeinde fehlen Räume

Monheim : Baumberger Gemeinde fehlen Räume

Der katholische Pfarrsaal wird durch die Kita belegt, die 2018 einen Wasserschaden hatte. Ein Bauprojekt verzögert sich.

Südlich der Pfarrkirche St. Dionysius klafft seit einigen Monaten ein Loch im Kirchhügel: Das alte Pfarrbüro und das Pfarrhaus wurden im Frühsommer abgerissen, um Platz für ein neues Gemeindezentrum zu schaffen. Ursprünglich sollten die Bauarbeiten dafür im Herbst starten, aber auch die katholische Kirche ist von der guten Auftragslage des Handwerks betroffen. „Die erste Ausschreibung im Mai ergab keine Angebote, so dass eine zweite Runde im August gestartet wurde“, teilt Bernd-M. Wehner vom Kirchenvorstand mit. Überdies stehe noch die Baugenehmigung der Stadt Monheim aus.

Auch wenn das alte Pfarrheim erst mit der Fertigstellung des neuen Gemeindezentrums abgerissen werden soll, ist der Pfarrsaal momentan nicht nutzbar. Nach einem Wasserschaden infolge des Starkregens, der im Juni 2018 über Baumberg niederging, musste das Familienzentrum St. Dionysius zwei Gruppen ins Pfarrheim auslagern. Der Wasserschaden ist bis heute nicht behoben worden, weil es als sinnvoller erachtet wurde, die Renovierung mit dem ohnehin geplanten Umbau für die U2/U3-Qualifizierung zusammenzulegen. „Dafür müssen Wickel- und Schlafräume neu erstellt und die vorhandenen Sanitäranlagen angepasst werden“, erläutert Wehner. Auch hier warte die Gemeinde noch auf die Baugenehmigung der Stadt. Die Ausschreibungen sei erfolgt, der Beginn dieser Arbeiten für November geplant.

Der faktische Wegfall des Gemeindesaals schränkt das Gemeindeleben stark ein, denn den vielen kirchlichen Gruppen fehlen Räume für Treffen und Veranstaltungen. Die Frohe Runde, die man alle zwei Wochen für die Senioren veranstalte, könne man nicht in den noch verfügbaren Besprechungsräumen abhalten, berichtet Petra Schertgens vom Vorstand der kfd St. Dionysius (katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands) „Das ist dort mit 20 Leuten extrem eng.“ Der jährliche Adventsbasar der kfd sei 2018 ausgefallen, für dieses Jahr sieht sie ebenfalls schwarz. Natürlich bestehe die Möglichkeit, ins Pfarrer-Franz-Boehm-Haus auszuweichen, das sei aber einigen Baumbergern zu weit weg. „Wir sind auf jeden Fall sehr eingeschränkt“, bestätigt Josef Schoppmann, Vorsitzender der KAB. So müssten auch die Kommunionkinder, die inzwischen zu größeren Gruppen zusammengelegt werden, in Monheim unterrichtet werden. Sobald man Räume der evangelischen Kirche oder in Schulen nutzte, fielen Kosten für den Hausmeister an. Ihn ärgert, dass man die Verfügbarkeit der wenigen vorhandene Räume in St. Dionysius nicht transparent machen könne. „Wenn man zusammensitzt und das nächste Treffen plant, weiß man nicht, wo das geht“, beklagt er.

Bei einer Info-Veranstaltung haben Mitglieder des Kirchenvorstands am 25. Juni die Gemeinde über den Stand der Baumaßnahme informiert. Die dabei angekündigte Übersicht aller Räumlichkeiten, die auch online einsehbar sein soll, sei bisher nicht realisiert worden, bedauert Wehner. Er habe dabei an alle Beteiligten appelliert, die derzeitige Situation „als Chance zu nutzen, neue Wege auszuprobieren“. Im Übrigen sei es auch nicht selbstverständlich gewesen, dass das Erzbistum dem Bau eines neuen Pfarrheims in Baumberg zugestimmt habe, betont er. Mit der Genehmigung des Erzbistums für die Baumaßnahme Pfarrzentrum Kirchberg rechnet er Anfang Oktober, und für das Familienzentrum Mitte September.

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