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Bauern in Langenfeld und Monheim haben Einbußen bei der Ernte

Langenfeld : Bauern haben Einbußen bei der Ernte

Lediglich die Sojabohne kann das trockene Wetter gut vertragen. Mais und Zuckerrüben leiden.

Zwei Sommer hintereinander ist es im Rheinland  trocken und  heiß. Die dringend erwarteten Niederschläge bleiben weiter aus. Für die Landwirte in der Region hat das „katastrophale Auswirkungen auf die Ernte“, berichtet der Baumberger Robert Bossmann, der auf seinen Feldern neben Erdbeeren und Spargel auch Weizen, Dinkel, Ackerbohnen, Mais und Zuckerrüben anbaut.  So sei das Getreide auf den sandigen und leichten Böden, die einen Großteil seiner Flächen ausmachen, „total vertrocknet“.

Auf den guten, lehmhaltigeren Böden  seien die Erträge noch „okay“. Ebenfalls hätten die Maispflanzen und die Zuckerrüben unter der Trockenheit gelitten. Zwei regenarme Sommer hintereinander „tun extrem weh“, sagt der Landwirt, der jetzt 50 Prozent weniger Erträge einfährt. „Das bedeutet Ebbe in der Kasse.“ Ginge es in den nächsten Jahren so weiter wie zuletzt, „hätten wir ein Existenzproblem“.

Josef Aschenbroich hält auf seinem Hof an der Kronprinzstraße in Wiescheid 15.000 Hühner. Nicht nur für sie betreibt der Bauer „ganz viel Landwirtschaft“. Auf 200 Hektar produziert er alle Getreidesorten, aber auch Raps, Soja und Zuckerrüben. Teilweise landen die Körner im Futtertrog seines gackernden Federviehs;  auf den Feldern wächst aber auch Brotweizen. Alle Pflanzen, die im Frühjahr ausgesät worden seien wie Mais, Getreide und Zuckerrüben „leiden am meisten“ unter der anhaltenden Dürre. Mit Ausnahme der Soja-Bohnen“, sagt Aschenbroich. „Die können das Klima gut ab.“

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Der Langenfelder lernt aber, mit den veränderten klimatischen Gegebenheiten zu leben. „Wir arbeiten inzwischen wassersparender als früher.“  So pflügt er seine Felder auch nicht mehr um, weil bei diesem Prozess „das ganze Wasser in den oberen Bodenschichten verdunstet“. Stattdessen bringe man Kompost und Stroh in die Böden ein und baue Zwischenfrüchte an, damit die Böden Nährstoffe aufnehmen.

Dafür sät er beispielsweise im Spätsommer Mischungen aus Gräsern, Sonnenblumen oder Öllein an. Im Winter sterben die Pflanzen ab, die Nährstoffe blieben jedoch für die Frühjahrssaat im Boden. Die erfolge dann mit so genannten Streifenmaschinen. „Die Samen werden damit in den Acker eingelegt und angedrückt.“

Der Vorsitzende der Kreisbauernschaft Mettmann, Martin Dahlmann, fürchtet, dass der Klimawandel die Berufsgruppe der Landwirte in der Region bedrohe. Um die Böden ausreichend mit Wasser zu versorgen, benötige es jetzt lange anhaltenden Regen.

Er schätzt die Getreideernte im Kreis Mettmann dennoch als „zufriedenstellend“ ein. Mais und Rüben brauchten aber dringend Wasser. Besonders beim Mais drohten Ernteausfälle. Genaue Zahlen lägen erst Anfang  Oktober vor.  Deutlich bemerkbar mache sich inzwischen auch der Strukturwandel in der Landwirtschaft. Zwei bis drei Prozent aller Betriebe hätten in früheren Jahren im Durchschnitt aufgegeben, berichtet Dahlmann. 2018 seien es schon zehn Prozent gewesen.

Auf erhöhte Preise müssten sich die Verbraucher trotz der schwierigen Bedingungen jedoch nicht einstellen. Die Preise machten nicht die Landwirte. Diese müssten wettbewerbsfähig bleiben und orientierten sich an den Weltmarktpreisen.