Monheim: Baubeginn für die neue Musikschule

Monheim : Baubeginn für die neue Musikschule

Am 1. November 2015 soll der Neubau, der 4,1 Millionen Euro kostet, bezugsfertig sein. Geheizt wird über Geothermie.

Dass sie recht wetterfeste Outdoor-Musiker sind und keines schützenden Daches bedürfen, bewiesen gestern zumindest die Blechbläser der Musikschule Monheim. Bei strömendem Regen begleiteten sie den Spatenstich zum neuen Gebäude der Musik- und Kunstschule mit einer Fanfare, die ihr Lehrer Jörg Sommerfeld eigens dazu komponiert hatte.

Am 1. November 2015 soll in Monheim die Zeit der auch noch räumlich getrennten Provisorien für die musische Jugend vorbei sein. Dann ist das neue Gebäude auf dem ehemaligen Gelände der Skulpturenhütte am Berliner Ring bezugsfertig. "Im Vergleich zu vielen Nehmerstädten des Kommunalsoli haben wir die Musikschule hier über 30 Jahre lang zum Teil in Containern untergebracht", sagte Bürgermeister Daniel Zimmermann.

Der jetzt zur Umsetzung anstehende Entwurf der Kasseler Architekten Günter Schleiff und Ilka Berger ging aus einem Architektenwettbewerb als Sieger hervor. In dem Gebäude sollen zwölf Musik-, drei Kunstunterrichtsräume, zwei Proberäume für Bands und Schlagzeuger, ein Tanzraum und ein Veranstaltungsraum mit Tonstudio entstehen. Wegen der besonderen Anforderungen an Raumakustik und Schallschutz ist keiner der Unterrichtsräume rechtwinkelig angelegt, sondern eher trapezförmig. Sie fügen sich zu einer konkav geformten Fassade, die der Aula zugewandt ist.

"Das ist natürlich anspruchsvoller als mit rechten Winkeln zu arbeiten und erfordert mehr Vermessungsleistung", sagt Sven Hoveling, Niederlassungsleiter bei der Osnabrücker Köster GmbH, die den Generalauftrag für den Neubau erhalten hat. Zimmermann freute sich, dass als Ergebnis der Ausschreibung das Baukostenbudget von 4,1 Millionen Euro exakt eingehalten werden kann.

Das viergeschossige Gebäude besteht aus zwei halbgeschossig versetzten Baukörpern, zwischen die eine gläserne Schiene mit den Aufzügen und dem Treppenhaus eingefügt ist. Die Gebäudeteile scheinen auf einem gläsernen Sockel zu schweben. Und wenn schon kein Laut nach außen dringt, soll das neue Gebäude zumindest äußerlich auf seine innere Nutzung schließen lassen. So werden die langen schmalen Fenster analog einer Klaviertastatur angeordnet, das Fassadenmaterial - vergoldetes Blech und wetterbeständiges Holz - soll an die Blech- und Holzinstrumente erinnern, die im Innern bearbeitet werden. Die nach Norden ausgerichteten Kunsträume verfügen über optimale Lichtverhältnisse.

"Der Schallschutz und das Gebot, Grundfläche und Betriebskosten niedrig zu halten, waren die besonderen Herausforderungen dieser Planung", sagt der Architekt Günter Schleiff vom Kasseler Büro Hegger-Hegger-Schleiff (HHS). Um die Anforderungen an eine eigene (regenerative) Energieerzeugung zu erfüllen, wurden mehrere Varianten geprüft. Die Musikschule soll künftig durch die Nutzung der in der Erdkruste gespeicherten Wärme geheizt werden. Eines von vier Löchern ist bereits gebohrt. Ein Wärmetauscher, wie Wasser oder eine Wärmeträgerflüssigkeit, zirkuliert dann in einem geschlossenen Rohrsystem im Untergrund und nimmt die Wärme aus dem Boden auf. Diese Wärme wird an der Oberfläche an die Wärmepumpe abgegeben und durch sie auf die zum Heizen notwendige Temperatur gebracht.

(RP)