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Band "Paradies" aus Langenfeld für den Deutschen Rock-&-Pop-Preis nominiert

Interview : „Für uns steht eher der Spaß im Fokus“

Die Langenfelder Gruppe „Paradies“ ist für den Deutschen Rock-&-Pop-Preis nominiert worden. Auftritt am Samstag in Siegen.

Die Langenfelder Popband „Paradies“ ist für den Deutschen Rock-&-Pop-Preis nominiert. Die Preisverleihung in verschiedenen Kategorien steht am kommenden Samstag in Siegen an. Sänger und Komponist Haluk Koudsi und Gitarrist Sascha Wilberz äußern sich im Interview über ihren Stil, spaßige Auftritte und Zukunftspläne.

Wie haben Sie von der Nominierung für den Preis erfahren?

Haluk Koudsi Meine Frau hat mich informiert, als ich unterwegs war. Sie schickte mir eine Nachricht mit der Kopie der Einladung. Das war vor knapp zwei Monaten. Später kam dann eine genauere Info.

SASCHA WILBERZ Als erstes erhielten wir die Nominierung als beste Popband, dann für den besten deutschsprachigen Song des Jahres. Wir hatten uns zwar darauf beim Deutschen Rock- und Pop-Musikerverband beworben, aber eigentlich nicht groß mit einer Nominierung gerechnet. Für uns steht eher der Spaß im Fokus.

Im Rennen um den Preis ist nun die Single „Monoton“, die am 22. November erschien. Was hat es mit diesem eher nachdenklichen Titel auf sich?

Koudsi Man hört ihm an, dass er aus einer früheren Band-Phase stammt. Geschrieben habe ich ihn schon 2005 oder 2006. Auf Konzerten haben wir den Song oft gespielt und gemerkt, dass er beim Publikum gut ankam. Aber erst auf unserem aktuellen Album „Einfach ist zu wenig“, das im Frühjahr erschien, haben wir ihn veröffentlicht.

 „Monoton“ klingt nach einer Auseinandersetzung mit dem Tod. Gab es eine persönliche Inspiration dafür?

Koudsi Nein, in diesem Falle nicht. Ich hatte damals einen englisch-sprachigen Song im Radio gehört, der sich mit dem Thema befasst hat und wollte einen Titel schreiben, der in eine positivere Richtung weist und den Gedanken an ein Paradies aufgreift. Viele andere unserer Titel basieren aber in der Tat schon auf persönlichen Erfahrungen.

Sie bezeichnen Ihre Musik als „Westpop“. Wie würden Sie Ihren Stil beschreiben?

WILBERZ (schmunzelt) Wir haben eben einen Sänger, der gerne neue Worte schöpft. Für uns ist wichtig, dass wir die Musik machen, die uns gefällt. Das ist für den einen vielleicht manchmal zu rockig, für den anderen zu sanft. In diesem Jahr haben wir erstmals mit einem Hip Hopper zusammengearbeitet. Unser Album „Dynastie“ von 2018 war eher elektronisch, „Einfach ist zu wenig“ ging wiederum in eine akustische Richtung. Wir machen das, was uns gerade musikalisch mitnimmt.

KOUDSI Als Ingo Himmelmann und ich die Gruppe im Jahr 2004 gründeten, orientierten wir uns zunächst an der New-Romantic-Musik der 80er Jahre. Aber unser Stil hat sich im Laufe der Zeit verändert. Es ist melodische deutschsprachige Popmusik, die in keine Schublade passt. Auf den Begriff „Westpop“ sind wir gekommen, weil es ja schon „Ostpop“ gibt, und wir eben aus dem tiefen Westen kommen.

Wie vollzieht sich in der Gruppe der schöpferische Prozess von der Idee zur Musik?

Koudsi Ich schreibe die Songs und nehme sie auf Demo-Bänder auf. Ich habe ein eigenes Studio in Reusrath, aber heutzutage kann man auch viel unterwegs aufnehmen.

Wilberz Die restlichen 30 Prozent kommen von uns. Da kann man als Musiker eigene Akzente setzen. Pro Titel verbringe ich etwa zwei bis drei Stunden im Studio. Insgesamt dauert die Arbeit an einem Album vier bis fünf Monate.

Wenn Sie das Jahr Revue passieren lassen – welche Auftritte stachen dabei besonders hervor?

Wilberz  Besonders großen Spaß hat uns der Auftritt bei der Solinger Kultur-Nacht im fahrenden Bus gemacht. Da weiß man nie, was passiert, es geht nicht um Perfektion. Die Stimmung ist großartig. Im kommenden Frühling wollen wir wieder dabei sein.

KOUDSI Wir haben aber auch wieder auf Stadtfesten gespielt, waren unter anderem auch in Aachen. Entscheidend ist: Es muss uns immer Spaß machen.

Welche Pläne gibt es für 2020?

Koudsi Unser nächstes Album ist bereits in Planung. Es soll im März erscheinen, stilistisch eine Mischung aus früheren Veröffentlichungen sein und auch ein politisches Statement enthalten. Mehr wollen wir noch nicht verraten.

Am 14. Dezember steht nun also die Preisverleihung in Siegen auf dem Programm, bei der Sie auch selbst auftreten. Wie bereitet man sich auf so einen speziellen Termin vor?

Wilberz Wir werden uns ein bisschen umorganisieren, so dass unsere Background-Sängerin Denise Hoße auch einen Gitarrenpart von Haluk übernimmt. Ansonsten bereiten wir uns darauf vor wie auf jeden anderen Auftritt.