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Badetote: DLRG Monheim unterhält eine Wachstation in Baumberg am Rhein

Monheim : „Der Rhein ist kein Schwimmbad“

Die Wachstation der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft am Campingplatz Baumberg ist an den Wochenenden und Feiertagen besetzt.

Der Wachdienst am Wochenende beginnt für die Mannschaft der DLRG (Deutsche Lebensrettungsgesellschaft) in Monheim meistens mit einem Frühstück auf der Terrasse am Campingplatz Baumberg. Dort hat die Organisation ihre Wachstation unmittelbar am Rhein. Und gerade an heißen Tagen gilt es, hellwach zu sein. Denn immer wieder riskieren Menschen, die Abkühlung suchen, ihr Leben. Bundesweit ist die Zahl der Badetoten in Deutschland in den ersten sieben Monaten um 29 Todesfälle auf mindestens 250 Tote gesunken, berichtete die DLRG in ihrer am Donnerstag vorgestellten Zwischenbilanz. In NRW hingegen sei die Zahl um drei auf 40 Fälle gestiegen.

Das ist auch Thema am Baumberger Rheinufer. Die ehrenamtlichen Lebensretter nutzen die Stunde, bevor der eigentliche Dienst um 10 Uhr beginnt, zum Austausch. „Irgendjemand bringt immer Brötchen mit. Und Jenny backt meistens Pfannkuchen“, freut sich die Medizinstudentin Julia Fischbach (22). Je nach Wetter kommen aus dem Stamm der 35 Aktiven bis zu zehn Helfer zum Wochenenddienst. „Wir schaffen es immer, einige zu motivieren“, sagt der stellvertretende Vorsitzende Christopher Bär (21), der eine Ausbildung bei der Feuerwehr in Düsseldorf macht. „Wir sind ein großer Freundeskreis und machen schon nach dem Training am Freitag aus, wer am Wochenende hier ist.“

  • Die aktuelle Wachstation der DLRG Hückeswagen.
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  • Feuerwehrauto im Einsatz.⇥Themenbild: Klaus Nikolei
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Der Monheimer Ortsverein betreut vom Campingplatz aus rund elf Kilometer zwischen den Fähren Hitdorf-Langel und Urdenbach-Zons. Auch die Seen in der Nachbarschaft gehören zu seinem Einsatzgebiet. Die Helfer sind regelmäßig per Fax und Funk mit der Feuerwehr und den umliegenden Ortsvereinen in Kontakt. Wird ihre Hilfe gebraucht, alarmiert die Feuerwehr rund um die Uhr. Dafür sind die Aktiven mit einem Melder ausgestattet. Alle sind als Rettungsschwimmer ausgebildet.

Während der Wachdienste fahren die Ehrenamtlichen in Monheim mit dem Boot Patrouille, checken alle Fahrzeuge oder machen Gartenarbeit – je nach Wetterlage und Situation. „Wir hatten in dieser Saison aber schon mehrere Einsätze“, berichtet Bär. So mussten etwa manövrierunfähige Boote gesichert und ans Ufer gebracht werden. Und zum Jahresbeginn habe man sogar bei Stromkilometer 710 auf Dormagener Seite eine männliche Wasserleiche geborgen.

Immer wieder sprechen die Helfer Badende an, die an den flachen Stellen zwischen den Kribben schwimmen gehen. „Wir klären sie auf und weisen auf die Gefahr hin.“ Zwar sei das Schwimmen nur in der Fahrrinne verboten. „Es ist aber schon extrem, wie schnell man abgetrieben wird. Baden im Rhein ist wegen der starken Strömung auch für geübte Schwimmer gefährlich“, sagt Jenny Sauer-Schmitz. „Ein kleines Kind hat keine Chance.“

Immer wieder registrieren die Ehrenamtlichen, wie leichtsinnig viele Menschen sich verhalten, und dass  Eltern häufig mit dem Handy telefonierten, statt ihre Sprösslinge im Blick zu haben. Julia Fischbach und Jenny Sauer-Schmitz raten dazu, kleine Kinder nicht mal mit den Füßen ins Wasser zu lassen. Der Rhein sei nun mal kein Schwimmbad.

 Fischbach ist als Zwölfjährige zur DLRG gestoßen und war inzwischen schon bei vielen Einsätzen dabei. „Wer hier mitmacht, dem muss es schon am Herzen liegen, anderen zu helfen“, sagt sie. Außerdem habe sie gelernt, Verantwortung zu übernehmen und mit fremden Menschen umzugehen. Sauer-Schmitz  gibt bei der DLRG Schwimmkurse im Mona Mare – von der Wassergewöhnung bis zum Rettungsschwimmer-Abzeichen. 15 Stunden pro Woche investiert die Sachbearbeiterin im Düsseldorfer Landtag neben ihrem Job. „Ein Hobby, das ich mit Herzblut mache“, bekundet auch sie. „Ich bringe Menschen gerne etwas bei.“   Nachdenklich macht die 30-Jährige, dass immer mehr Grundschüler nicht schwimmen können. Sie bedauert, dass einige Eltern die Verantwortung an die Schulen abgeben, dabei seien sie in der Pflicht ihre Kinder selber ans Wasser zu gewöhnen oder sie zu Kursen anzumelden. Dabei ist Geduld nötig. Die Listen bei der DLRG sind lang, und manche Kinder warteten mehrere Monate auf einen Platz.