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Autocorso-Demo durch Langenfeld gegen Corona-Kurs

Auto-Corso in Langenfeld, „Lichtergruppe“ in Monheim : Demos gegen Corona-Eindämmungspolitik

Die Polizei spricht von einem friedlichem Verlauf. In Monheim ließ die Stadt Werbeplakate für die Impfkampagne des Bundesgesundheitsministers aufhängen – „zur Begrüßung“ der Demonstranten.

Mit einem Autocorso durch die Langenfelder Innenstadt haben am Samstag Kritiker der Pandemie-Eindämmungsmaßnahmen gegen die „Corona-Politik“ von Bund und Land demonstriert. Laut Polizei verlief die Demo, die für 12 bis 15 Uhr angemeldet war, friedlich. Auf einem Video, das die Veranstalter auf YouTube posteten, sind die Vorbereitungen zur Demo auf dem Freizeitpark-Parkplatz an der Langforter Straße zu sehen: Etwa 20 Pkw reihen sich hintereinander, während Teilnehmer ihre Autos mit Aufschriften wie „Langenfeld denkt anders“, „Hinterfragt alles“ oder „Recherchiert selbst“ bekleben. In Monheim war für Freitag ein neuerlicher „Abendspaziergang“ von Lockdown-Kritikern angemeldet worden. Die Stadt plakatierte am Rathaus für die Impfkampagne des Bundesgesundheitsministeriums – „zur Begrüßung“ der Demonstranten, wie es die Pressestelle der Stadt formulierte.

Mit Kerzen wollten die Spaziergänger „Licht ins Dunkel“ bringen, berichtet die Stadt Monheim auf ihrer Internet-Seite. Ihr Thema habe diesmal gelautet: „Wir sind keine Corona-Leugner!“ Danach rechnete die Polizei wieder mit knapp 20 hauptsächlich aus Monheim und Langenfeld stammenden Personen. Von der Altstadt aus sollte es erneut in Richtung Rathaus gehen. „Dort hat man zur Begrüßung schon zwei große Plakate aufgehängt, die am Monheimer Ratssaal für die Impfkampagne des Bundesministeriums für Gesundheit unter dem Titel ,Deutschland krempelt die Ärmel hoch’ werben“, so die Stadt.

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Weiter heißt es auf der stadteigenen Homepage: „Das sollte passen, denn in der Anmeldung zur Demonstration heißt es: Wir sind weder Coronaleugner, Verschwörungstheoretiker noch Impfgegner.’ Gegen Impfungen habe man ,generell nichts’, sondern lediglich einen ,kritischen Blick auf die Corona-Impfung’, heißt es aus den Reihen der Lichttragenden. Auch als Querdenker sieht sich die Gruppe nicht – man sei lediglich ,anders denkend’, verlasse sich auf ,Daten und Fakten’ und wolle auf ,alternative Medien’ aufmerksam machen. Was die Stadtspitze und alle im Monheimer Stadtrat vertreten Ratsfraktionen von den durch die Gruppe verbreiteten alternativen Fakten und Theorien halten, hatte sie bereits letzte Woche in einem gemeinsamen Statement klargestellt, in dem sie betonten, dass sie zwar jedem Menschen das Recht zugestehen, mit Gleichgesinnten auf die Straße zu gehen und für seine Anliegen zu demonstrieren, dass sie sich von den durch die Gruppe propagierten Thesen jedoch klar distanzieren. ,Wir bitten alle Monheimerinnen und Monheimer, auf den letzten Metern im Kampf gegen das Coronavirus jetzt nicht die Konzentration auf das Wesentliche zu verlieren’, so der gemeinsame Appel von Bürgermeister Daniel Zimmermann, Lisa Pientak (Peto), Markus Gronauer (CDU), Manfred Poell (Grüne) sowie Alexander Schumacher (SPD). ,Bitte bleiben Sie vorsichtig und gehen Sie vor allem niemandem auf den Leim, der die aktuelle Situation nutzt, um sein ganz eigenes Süppchen zu kochen.’“

(gut)