Ausstellung in Langenfeld setzt sich für Kinderrechte ein

Langenfeld : Schau beleuchtet 30 Jahre Kinderrechte

Kinderrechte stehen jetzt im Mittelpunkt einer Ausstellung im Langenfelder Rathaus.

Es war am 20. November 1989, als die UN-Mitgliedsstaaten eine Verpflichtung gegenüber den Kindern dieser Welt eingingen und das „Übereinkommen über die Rechte des Kindes“ ratifizierten. Den 30. Jahrestag nahm das Unicef-Junior-Team Langenfeld – Monheim – Hilden nun zum Anlass, dieses Thema auf etwa 20 Schautafeln zu beleuchten.

Von der Hilfe nach Naturkatastrophen oder bei Mangelernährung bis hin zum Kampf gegen Kinderarbeit, HIV, Förderung von Bildung und der Hilfe für Straßenkinder ist Unicef weltweit tätig. Auch nach 30 Jahren verbrieften Kinderrechten bleibt viel zu tun. Das befand auch Bürgermeister Frank Schneider bei der Eröffnung im Foyer in der ersten Etage des Rathauses: „Ich bin oft in Afrika. Und da sieht es mit den Rechten von Kindern und deren Einhaltung noch ganz anders aus als bei uns.“ Dort gehe es um Nahrung und ein Dach über dem Kopf. Auch das Recht auf Schulbildung sei nicht überall gegeben. „Bildung ist die Voraussetzung dafür, dass aus Kindern mündige Erwachsene werden können“, betonte Schneider. Auch in Deutschland sei hierbei „nicht alles im grünen Bereich“, merkte Schneider an. „Ich habe das Gefühl, dass in vielen Familien der Wille der Eltern gilt und nicht der Wille der Kinder.“

Mit einem Gedicht des libanesischen Autors Khalil Gibran ermunterte Georg Said Loer dazu, Kindern nicht die Meinung der Erwachsenen überzustülpen. Der Schüler hatte das von ihm geleitete Unicef-Junior-Team für die drei genannten Städte im vergangenen Jahr ins Leben gerufen. „In jüngster Zeit bildet sich immer mehr die Anschauung aus, Kinder und Jugendliche als Individuen zu betrachten“, freut sich der junge Langenfelder, „und nicht nur als Anhängsel der Erwachsenen“.

Ein Schritt dahin war sicher das „Übereinkommen über die Rechte des Kindes“, in der die Kindheit als ein schützenswerter Lebensabschnitt bezeichnet wird. Auch die Bundestagsabgeordnete Michaela Noll (CDU) schlug kritische Töne in Richtung aller Erwachsenen an. „Wenn ich das Klima sehe, gibt es viele Bereiche, wo wir etwas für Kinder tun können“, erklärte sie. Wer sage, Kinder seien unsere Zukunft, müsse ihnen ein Mitspracherecht einräumen. Wenn die Demokratie erhalten bleiben solle, müssten die Kinder mit einbezogen werden. „Wir müssen ihnen auf Augenhöhe begegnen“, forderte Noll.

 Loer hat eine beachtliche Gruppe  für das Unicef-Junior-Team gewinnen können, die sich ehrenamtlich engagieren. „Wir wollen Gleichaltrigen erzählen, was sie für Rechte haben“, sagt ihr Leiter. Diese Ausstellung soll ebenfalls dazu beitragen. Sie ist noch vier Wochen lang zu sehen.

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