Kreis Mettmann: Ausstellung erinnert an offene Grenzen

Kreis Mettmann: Ausstellung erinnert an offene Grenzen

Fast täglich sehen wir im Fernsehen Bilder von Menschen, die auf Schlauchbooten versuchen, nach Europa zu kommen. Die Einwanderung von Menschen aus Afrika und Westasien nach Europa löst kontroverse Debatten aus und wird die europäischen Gesellschaften über Jahre hinaus begleiten.

Die unter freiem Himmel ausgestellten großformatigen Fotografien erzählen aber auch von faszinierenden Fundorten, außergewöhnlichen Objekten und überraschenden Verbindungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Die Bilder sollen einladen, das eiszeitliche Kulturerbe Europas und die gemeinsamen Wurzeln zu erleben und zu erfahren, wie nah uns das eiszeitliche Erbe doch ist. Das Gelände der Fundstelle - das sonst nur mit einer Eintrittskarte des Museums betreten werden darf - kann dazu gratis erkundet werden. Hinter dem Namen "Ice Age Europe" verbirgt sich ein Zusammenschluss der bedeutenden eiszeitlichen Fundstellen in Europa. Die Ausstellung wird auch in Kroatien, Italien, Frankreich und Gibraltar zu sehen sein. "Wir sehen es als Aufruf an alle Europäer, sich an die gemeinsamen Wurzeln zu erinnern", sagt Professor Gerd-Christian Weniger, Leiter des Neanderthal Museums in Mettmann.

Die Bilder sind auf Alu-Dibond-Platten gedruckt und damit wetterfest. In den vergangenen Tagen mussten die Motive sogar ein wenig Frost aushalten. Klar erkennen kann man aber nach wie vor das fantastische Bild unter dem Titel "Grenzenlos". Es zeigt eine Höhle, in die die Sonne kurz vorm Untergang hinein scheint. Das Foto steht für ein grenzenloses Europa in der Eiszeit, in dem die Menschen zu überleben wussten. Das Land bot alles Wichtige zum Überleben, wenn man mobil war und nicht zu lange an einem Ort blieb.

Überleben konnten die Menschen nur, weil sie über die Natur und ihre Abläufe ein umfangreiches Wissen erworben hatten. In der Ausstellung wird aber auch deutlich: Alle Europäer sind Migranten. Vor 7000 Jahren waren es Ackerbauern und Viehzüchter aus der Türkei, die in unser heutiges Gebiet einwanderten und sich mit der Bevölkerung vermischten. Die berühmte Mode-Designerin Coco Chanel soll einmal gesagt haben: "Mode vergeht, Stil bleibt". Unter diesem Motto steht auch das Bild eines Steinzeit-Menschen, der mit Federn und Farbe die Mode aus der Vergangenheit wieder aufleben lässt.

Eine Ausstellung, die zum Nachdenken anregt.

(RP)