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Ausstellung befasst sich mit NS-Vergangenheit der Kripo

Zunächst in Düsseldorf, später in Nachbarstädten : Ausstellung befasst sich mit NS-Vergangenheit der Kripo

Vor einem Jahr wurde durch ein Historiker-Gutachten bekannt, dass der spätere erste Leiter des Landeskriminalamts NRW, Friedrich Karst (1946-48), am Wenzelnberg-Massaker bei Wiescheid beteiligt war.

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) hat die Mahn- und Gedenkstätte in Düsseldorf besucht. Er sah sich die neue Sonderausstellung „Die Kommissare. Kriminalpolizei an Rhein und Ruhr 1920-1950“ an, deren Eröffnung coronabedingt verschoben werden musste. Reul, der Schirmherr der Ausstellung ist, sagte: „Mir liegt eine Aufarbeitung und Auseinandersetzung mit diesem schweren Kapitel deutscher Polizeigeschichte zutiefst am Herzen.“ Ab dem Sommer sollen die Exponate als Wanderausstellung landesweit in Gedenkstätten sowie Polizeidienststellen und -ausbildungsstätten gezeigt werden. Sie nimmt die Geschichte der Kriminalpolizei in Düsseldorf von der Weimarer Republik bis zur frühen Nachkriegszeit in den Fokus – und räumt mit dem Image der „guten“ Kriminalpolizei im Unterschied zur „bösen“ Gestapo auf.

So wurde vor einem Jahr durch ein Historiker-Gutachten bekannt, dass der spätere erste Leiter des Landeskriminalamts NRW, Friedrich Karst (1946-48), am Wenzelnberg-Massaker bei Wiescheid beteiligt war. Am 13. April 1945 ermordete die Gestapo dort 71 Häftlinge aus bergischen Haftanstalten. Karst (1891-1973), damals Kripo-Beamter, führte nach eigener Aussage Gefangene in die Nähe des ausgehobenen Massengrabs und half später beim Zuschaufeln. Er wurde nie dafür belangt.

Die Ausstellung ist vorerst nur digital zu sehen unter www.facebook.com/MahnundGedenkstaetteDuesseldorf.

(kess/gut)