Aufzug zum Monberg soll 1,5 Millionen kosten

Monheim: Peto beharrt auf Aufzug zum Monberg

SPD und CDU stimmen im Hauptausschuss gegen den geplanten Kabinen-Lift. FDP und Grüne enthalten sich.

Vor einigen Jahren war der Monberg ein solitärer Aussichtspunkt im Rheinpark. Inzwischen gibt es rundherum einige Firmen und das Comfort-Hotel, von deren oberen Etagen man einen exzellenten Blick auf den Rhein hat. Der Monberg mit seiner Gastronomie ist – trotz freier Sichtachse – dadurch etwas ins Hintertreffen geraten. Zudem ist der kleine Treppenaufzug kaputt. Die Verwaltung will nun für die 17 Höhenmeter einen Kabinenlift.  Eine Brücke wurde vor einiger Zeit aus Kostengründen verworfen.

Im Haupt- und Finanzausschuss warb Gebäudemanager Michael Lobe jetzt für den Schrägaufzug für 14 Personen. Kosten: 1,5 Milionen Euro, jährliche Unterhaltung: 45.000 Euro. Nur die Peto-Mehrheitsfraktion und Bürgermeister Daniel Zimmermann (Peto) stimmten dem Projekt zu. CDU und SPD waren dagegen, Grüne und FDP enthielten sich.

Manfred Poell (Grüne) sagte, seine Fraktion sei „etwas erschüttert“ über den Vorschlag gewesen. Der Schrägaufzug koste fast ebenso viel wie die einmal angedachte Brücke, die abgelehnt worden sei, weil sie zu teuer war. „Wir wollen eigentlich eine günstigere Lösung.“ Außerdem finde er die Kabine für bis zu 14 Personen etwas zu groß dimensioniert.

Michael Nagy (CDU) war ebenfalls „erstaunt“. Die CDU halte den vorgestellten Schrägaufzug für nicht notwendig, auch „weil es an der Seite eine Rampe gibt, über die beispielsweise Getränkekisten und Lebensmittel in das Lokal gebracht würden. „Wir sollten den vorhandenen kleinen Aufzug besser reparieren“, schlug er vor. Damit kann jeweils eine gehbehinderte Person sitzend nach oben gebracht werden. „Wir stören uns an dem Aufwand für diesen neuen Aufzug.“

Auch Alexander Schumacher (SPD) hatte die „Vorlage mit Spannung gelesen“ und festgestellt „dass wir uns fast in der gleichen Preisklasse bewegen, wie einst bei der Brücke. Etwa 1,8 Millionen Euro seien damals im Gespräch gewesen. „Das ist deshalb abgelehnt worden“, unterstützte er Manfred Poells Argumentation. Schumacher bezweifelte ebenfalls, ob es eine Kabine für 14 Gäste sein müsse, und fragte, ob der Aufzug überhaupt noch interessant sei. „Der Monberg ist nicht mehr der höchste Aussichtspunkt, der er früher einmal war.“

Lucas Risse (Peto) plädierte für den Schrägaufzug. „Das ist die sinnvollste Variante.“ Gebäudemanager Michael Lobe hatte in der Vorlage auch einen Weg mit geeigneter Steigung, eine Rolltreppe und einen Senkrecht-Aufzug ins Spiel gebracht, diese Varianten aber als nicht umsetzbar erachtet. Eine Brücke wäre heute noch einmal deutlich teurer, meinte Risse. Auch Lobe wies darauf hin, man habe in einzelnen Bereichen Kostensteigerungen von bis zu 20 Prozent. „Ich glaube nicht, dass es günstiger geht.“

Bürgermeister Zimmermann betonte: „Wir sind auf einen leistungsfähigen Aufzug angewiesen.“ Weder Treppe noch der kleine Treppenaufzug seien für Rollstuhlfahrer und Kinderwagen geeignet. Der Monberg sei weiterhin gut frequentiert, ergänzte Lucas Risse. „Freie Sicht gibt es von oben immer noch.“

Günther Bosbach warf ein, man könne nicht jedem gerecht werden und alle Einzelprobleme lösen. „Wie viele Menschen mit Handicap haben denn den Wunsch, dort hochzufahren?“, wollte er wissen. „Wurden die Betroffenen eigentlich einbezogen?“, hakte Andreas Wölk (FDP) nach. „Wie sieht es eigentlich mit der Barrierefreiheit auf dem Monberg selber aus?“, meinte Schumacher spitzfindig. Das sorgte für Kopfschütteln beim Bürgermeister. Er habe alles mit dem Betreiber abgestimmt. Es ginge doch nicht, dass ein Lokal kaum erreichbar sei. Bestimmte Veranstaltungen wie beispielsweise Firmenfeiern oder Podiumsdiskussionen könnten deshalb auf dem Monberg nur eingeschränkt stattfinden. Die Hütte und das Umfeld seien für die Besucher komplett barrierefrei angelegt worden, versicherte Zimmermann.