Langenfeld/Monheim: Aufräumen nach dem Sturm

Langenfeld/Monheim: Aufräumen nach dem Sturm

Polizei und Feuerwehr mussten wegen des Orkantiefs Xynthia zu fast 100 Einsätzen ausrücken. Insgesamt kamen Langenfeld und Monheim aber glimpflich davon. Der Nordostzipfel Langenfelds war eine Stunde ohne Strom.

Abgerissene Werbebanner an der Einmündung Hans-Böckler-Straße, eingedrückte Holzzäune vor der Treibstraße, ein umgekippter Schuh-Sammelcontainer am "Berghausener Blumentopf" — zwei Minuten Fahrt auf der B 8 genügen, um die Zerstörungskraft vom Sonntagssturmtief "Xynthia" zu erahnen. Doch auch das wurde gestern, am Tag danach, deutlich: Langenfeld und Monheim, durch die wie in der ganzen Region Böen mit Spitzengeschwindigkeiten von zum Teil mehr als 100 Kilometer pro Stunde fegten, sind glimpflich davongekommen. Verletzt wurde niemand.

Baugerüst zerlegt

Die aufsehenerregendsten und wohl auch größten Schäden melden die Feuerwehren vom Baumberger Holzweg, wo ein Baum auf ein geparktes Auto kippte, vom Monheimer Rheinpark, wo "Xynthia" einen Teil des Gerüstes der im Bau befindlichen Hochschule für Unternehmensführung zerlegte, und von der Krüdersheide im nordöstlichen Zipfel von Langenfeld. Durch die Buche, die dort gegen Abend eine 400-Volt-Niederspannungsleitung herunterriss, waren laut Edith Feuerborn, Pressesprecherin von "RWE Rheinland Westfalen Netz", zehn Haushalte, ein landwirtschaftlicher und ein Gewerbebetrieb etwa eine Stunde lang ohne Strom.

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In seiner gestrigen Bilanz zählte Christian Kaese von der Langenfelder Feuerwehr 48 Einsatzstellen, verteilt auf das "ganze Stadtgebiet". "Meist handelte es sich um umgestürzte Bäume und heruntergestürzte Dachziegel wie beim Freiherr-vom-Stein-Haus, aber auch demontierte Plakatwände oder umgekippte Baustellen-Klos sind darunter." Monheims Feuerwehr rückte nach eigenen Angaben mit insgesamt 48 Mann und elf Autos zu 25 Einsätzen aus. "Lose Fassadenteile und herabstürzende Dachziegel machten den Einsatz der Drehleiter erforderlich", berichtet Pressesprecher Torsten Schlender. Neben dem Beiseiteräumen von Bäumen auf Straßen und Wegen hätten einige angeknackste Bäume vorsorglich gefällt werden müssen.

Die Polizei packte ebenfalls mit an. 17 Einsätze meldet Pressesprecher Ulrich Specht aus Langenfeld, acht aus Monheim. "Die Kollegen haben Baustellen-Absperrungen und Äste von den Straßen geräumt und zum Beispiel Anhänger, Fahrräder und Motorräder, besonders auf Brücken, gesichert."

Linienbusse fielen nach Angaben der Bahnen der Stadt Monheim und der Rheinbahn keine aus — im Gegensatz zur S 6. Nachdem das Sturmtief am Sonntagnachmittag den kompletten Schienverkehr in NRW lahmgelegt hatte, verkehrte die für Langenfeld und Monheim so wichtige Pendler-S-Bahn ab gestern Morgen wieder bis Köln und Düsseldorf-Wehrhahn.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Sturmtief "Xynthia" sorgt für Chaos in Deutschland

(RP)