Kreis Mettmann: Aufräumen nach dem Sturm - S 6 fährt

Kreis Mettmann : Aufräumen nach dem Sturm - S 6 fährt

Im Kreisgebiet ist Ausmaß der Zerstörung noch nicht abzusehen. Märchenzoo bleibt wohl bestehen.

Die durch Langenfeld fahrende S-Bahnlinie S 6 ist nach der durch Orkan und Räumarbeiten bedingten Zwangspause seit gestern wieder in Betrieb. Durch Gleiswechsel auf der Strecke kommt es allerdings immer wieder zu Verspätungen.

Nach dem schweren Unwetter von Montagabend ist im Kreisgebiet das Ausmaß der Zerstörung noch nicht abzusehen. Nach wie vor arbeiten die Feuerwehren, städtischen Betriebe, Kreisbauhof und private Unternehmen an der Beseitigung der Schäden. Die Arbeiten werden noch mehrere Tage in Anspruch nehmen. Trotz personeller Verstärkung in der Kreisleitstelle ist die Notrufnummer 112 immer noch überlastet. Die Notrufnummer sollte daher laut Kreispolizei nur in dringenden Notfällen bei akuter Gefahr für Leib und Leben gewählt werden. Dies gilt auch in Fällen, wenn Bäume oder Gebäudeteile auf Straßen oder Häuser zu stürzen drohen.

Für die Beseitigung umgestürzter Bäume oder frei hängende Äste auf privaten Grundstücken müssen nach Angaben der Kreisverwaltung jeweils private Unternehmen beauftragt werden. Bei Gefahren auf öffentlichen Grundstücken ist jeweils das städtische Ordnungsamt zu informieren. Weiterhin besteht in den Naherholungsgebieten im Kreisgebiet an verschiedenen Wanderparkplätzen, Waldspielplätzen, Brücken und Schutzhütten akute Astbruch- und Baumsturzgefahr. Die für den Kreis Mettmann zuständige Forstbehörde hat zunächst ein bis Freitag, 13. Juni, 24 Uhr, geltendes Betretungsverbot für alle Waldflächen im Kreisgebiet ausgesprochen. Verboten ist auch das Betreten von Forstwirtschaftswegen und Fußwegen. Ausgenommen vom Betretungsverbot sind die Grundeigentümer und mit der Schadensbeseitigung befasste Personen. Zuwiderhandlungen können als Ordnungswidrigkeit geahndet werden.

Der bei Familien im ganzen Kreisgebiet beliebte Märchenzoo in Ratingen scheint trotz der großen Schäden doch fortzubestehen. Wo am Dienstagmorgen ein unfassbares Bild der Zerstörung herrschte, war gestern Mittag der Weg schon fast wieder frei geräumt. Der Märchenzoo am Blauen See war wieder über die schmale Straße zu erreichen. Kurz vor dem Eingang machte sich ein Trupp Holzfäller an die umgestürzten Bäume und dicken Äste. Auch im Märchenzoo herrschte emsiges Treiben. "Ich weiß gar nicht, woher die Menschen alle kommen, ich kenne die meisten gar nicht", erklärte Inhaberin Heike Klimmeck-Kohnen völlig überwältigt. Ihr Blick in die Zukunft fällt jetzt schon deutlich positiver aus als direkt nach dem Sturm. "Bis auf ein Entenküken, das von einem Stein erschlagen wurde, haben alle Tiere den Sturm unverletzt überstanden."

Auch am Monheimer Rheinufer stürzten viele Bäume um. Vorsicht ist weiter geboten! Durch teils massive Vorschäden sind Abbrüche von scheinbar stabilen Gehölzen schon bei leichten Windböen oder gar ohne Außeneinwirkung möglich, stellte Wetterexperte Armin Opherden beim Fotografieren selber fest.

(mei/bours)
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