Monheim: ARD dreht in der Altstadt

Monheim: ARD dreht in der Altstadt

Unter dem Arbeitstitel "Henker und Richter" entsteht im Monheimer Café Gänseliesel eine neue Vorabendserie der ARD. Ein Krimi mit Humor und Augenzwinkern, der in einer fiktiven Kleinstadt im Münsterland spielt.

In einem schwarzen Verschlag schaut Regisseur Josef Orr konzentriert auf einen kleinen Bildschirm. Vor ihm ragt eine silbern glänzende Stellwand in die Höhe. Riesige Lampen mit einer Leuchtkraft von bis zu secks Kilowatt tauchen die Sitzbänke vor dem Café Gänseliesel in der Monheimer Altstadt in helles Licht. "Ruhe bitte — ...und los geht's", ruft ein junger Mann mit Mikrofon am Ausschnitt seines Polo-Shirts.

Eine große Kamera bewegt sich auf eine blonde, schlanke Frau zu. Die hat ein feminines und selbstbewusstes Auftreten. Konzentriert spricht sie mit einem älteren Mann. Die Frau, die so charmant vor der Kulisse im Schatten der Kultkneipe Spielmann plaudert, heißt Rike Schmid, und ist als Staatsanwältin Saskia Henker Hauptdarstellerin einer neuen ARD-Vorabendserie, die seit gestern unter dem Arbeitstitel "Henker und Richter" unter anderem in Monheim gedreht wird.

Bis November entstehen rund um Köln an sechs Drehorten 16 Folgen der neuen Serie, die die ARD dem Genre "Crime & Smile" (Krimis mit Humor und Augenzwinkern) zuordnet. Dabei verkörpert die 31-jährige Schmid, die vor einigen Jahren in der Serie "Der Fürst und das Mädchen" an der Seite von Maximilian Schell spielte, eine junge "toughe" Staatsanwältin, die von Düsseldorf ins westliche Münsterland zieht und sich dort nicht nur um ihre originelle Großmutter kümmert, sondern mit Spürsinn und Recherche-Eifer auch die perfekt eingespielten Netzwerke der Kleinstadt kräftig aufmischt.

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Ein Stück Westfalen am Rhein

Der rein fiktive Ort im Münsterland heißt Büdringhausen und hat weder mit dem Rheinland noch mit Monheim etwas zu tun. Und doch erblickte ein so genannter "Location-Scout" ausgerechnet in der Altstadt der Alten Freiheit den idealen Drehort für ein westfälisches Ambiente. "In der Serie spielen Amtsgericht, Polizeipräsidium, das Haus der Oma, ein Fußball-Platz und eben ein nah zum Gericht gelegenes Café eine jeweils entscheidende Rolle. Mit Blick auf das Café haben wir uns am Ende für Monheim entschieden", sagt Redakteurin Pamela Wershofen von der das Projekt betreuenden WDR-Mediagroup.

Für Spielmann-Wirtin Christa Deutz, der das zurzeit noch geschlossene Café Gänseliesel gehört, ist der ARD-Dreh ein Glücksfall. "Ich hab' mich wahnsinnig gefreut, als ich angesprochen wurde. Das ist eine tolle Werbung für die Monheimer Altstadt mit ihrer besonderen Ausstrahlung und Atmosphäre." Das sehen auch Rike Schmid und ihr Konterpart Golo Euler (er verkörpert den bestens in Büdringhausen eingebundenen und deshalb in Loyalitätskonflikte geratenden Polizisten Peter Schulte) ganz ähnlich: "Diese Altstadt ist ein hervorragender Platz für unseren Dreh. Hier kommt man gerne her."

Hier geht es zur Bilderstrecke: TV-Dreh in Monheim

(RP)
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