Langenfeld: Arbeitskreis ermittelt Raumbedarf für Ogatas

Langenfeld : Arbeitskreis ermittelt Raumbedarf für Ogatas

Die Stadt stellt sich auf einen möglichen Rechtsanspruch auf Betreuung von Schulkindern ein.

Neue gesetzliche Vorschriften und die hohe Nachfrage nach Betreuungsplätzen im Offenen Ganztag der Grundschulen bringen die Stadtverwaltung Langenfeld in Zugzwang. Denn in vielen Schulen fehlt schon jetzt der Platz für die Einnahme des Mittagessens und eine Trennung von ruhigen und lauten Betreuungsangeboten. Der Schulausschuss beschloss daher die Einrichtung eines Arbeitskreises, der auf Grundlage des städtischen Berichts Zielgrößen bezüglich des Raumbedarfs erstellen soll, also wie viele Räume welcher Größe braucht der Ganztag an der jeweiligen Schule. "Wir rechnen mit einem baldigen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz. Auch auf Landesebene soll es einen neuen Erlass zur Anwesenheitspflicht geben, bisher gilt diese bis 15 Uhr", erläutert Carsten Lüdorf, Referatsleiter Schule und Sport. Die Betreuungsquote im Halb- (bis 14 Uhr) und Ganztag beträgt zur Zeit 72 Prozent. "Die Frage ist, welche Quote wir künftig anstreben."

Klar sei auch, dass der Arbeitskreis jeden Standort einzeln betrachten müsse, eine einheitliche Lösung könne es nicht geben. "Jede Schule hat ganze eigene bauliche Probleme, in manchen würde es reichen, eine Akustikdecke in den Räumen einzuziehen, in denen es lauter zugeht", erläutert Lüdorf.

Die Stadt könne die Probleme nicht überall durch Um- und Anbauten lösen, Multifunktionalität sei das Zauberwort. So ließen sich Unterrichtsräume durch ein entsprechend vielseitig nutzbares Mobiliar auf in Räume für den Ganztag umwandeln.

Für die SPD steht der Standort Wiescheid schon jetzt an der Spitze der Prioritätenliste: Der für die Ogata genutzte Baucontainer ist nicht schallisoliert, es gibt keinen Vorraum für die Garderobe. Ein Ogata-Raum muss gleichzeitig als Küche, Essraum und Spielzimmer herhalten. Bei Regenwetter müssten sich Ruhe suchende Kinder auf die Toilette zurückziehen, schreibt Heike Lützenkirchen (SPD).

"Die Situation ist nicht optimal", räumt Lüdorf ein, verweist aber auch auf eine mögliche organisatorische Lösung. Die Schule werde momentan zweizügig gefahren, er gehe aber davon aus, dass sie mittelfristig in die Einzügigkeit zurückgeführt werden könne. Für Anbauten geben es zudem bauliche Einschränkungen durch die Feuerwehrbewegungszone.

Jede Ratsfraktion entsendet nunmehr einen Vertreter in den Arbeitskreis, dem darüber hinaus Vertreter der jeweiligen Ogata-Träger, die Grundschulleitungen und die zuständigen Experten aus der Verwaltung angehören.

"Wir wollten die Leute, die danach mitentscheiden, mit im Boot haben", sagt Lüdorf. Der Arbeitskreis bereite die spätere Entscheidung auch nur vor, seine Ergebnisse soll er am 5. Juni dem Schulausschuss vorlegen. Die Verwaltung wähle diese Vorgehensweise, weil es keine verbindlichen Vorgaben des Landes über das Raumprogramm des Offenen Ganztags gebe. Lüdorf: "Da muss man schon selber schauen."

(RP)
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