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Anklage wegen Vergewaltigung gegen Mann aus Monheim

Prozess am Landgericht Düsseldorf : Angeklagter aus Monheim bestreitet Vergewaltigungsvorwurf

Am Landgericht hat jetzt der Prozess gegen einen 41-jährigen Monheimer begonnen. Ihm wird vorgeworfen, im Mai 2015 eine Frau vergewaltigt zu haben. Das bestreitet er allerdings.

Eine Frau vergewaltigt? Einer anderen vom Fahrrad aus an den Hintern gefasst? Von den Vorwürfen, die ihm die Staatsanwaltschaft macht, wollte der Angeklagte nichts wissen. Aus Sicht des Monheimers, der  am Düsseldorfer Landgericht wegen Vergewaltigung geklagt ist, ist das alles ein großes Missverständnis. Die Anklage wirft dem 41-jährigen Familienvater vor, im Mai 2015 eine Frau vergewaltigt zu haben. Es war das Jahr, in dem sein sein Sohn geboren wurde, die Tochter war drei Jahre. In ebenjenem Jahr soll der Angeklagte zu nächtlicher Stunde in der Nähe eines Düsseldorfer Rewe-Marktes einer ihm unbekannten Frau begegnet sein. Er soll sein Opfer zum Oralverkehr genötigt und vergewaltigt haben. Der Mann selbst schildert die Begegnung anders, aus seiner Sicht sei der Sex einvernehmlich gewesen. Man sei sich zufällig begegnet, die Frau sei auf dem Weg zu einer Bushaltestelle gewesen. Man habe sich gleich gut verstanden und einfach weitergelaufen. An mehreren Bushaltestellen vorbei - er habe das Gefühl gehabt, dass es die Zufallsbekanntschaft nicht eilig gehabt habe mit der Heimreise. „Ich hatte gleich das Gefühl, sie total lieb zu haben“, spricht der Angeklagte über eine „besondere Verbindung“ zu der Frau, die ihn später wegen der Vergewaltigung anzeigte. Er habe sich im „Maximalrausch der Gefühle“ befunden und sei gleichermaßen „lattendicht“ gewesen. Der Extasy-Kick könne auch dazu geführt haben, dass er sich zu der Frau derart hingezogen gefühlt habe. Allerdings habe er zu keinem Zeitpunkt das Gefühl gehabt, etwas gegen ihren Willen zu tun. In einem Gewerbegebiet, in dem beide zwischenzeitlich gestrandet waren, sei es zu sexuellen Annäherungen gekommen. Der Angeklagte sprach von Knutschen, Fummeln und von vermeintlich einvernehmlichen Oralverkehr. Dann habe er ihr so etwas gesagt wie: „Lass uns mal ficken“, ganz genau könne er sich daran nicht mehr erinnern. Damit sie nicht auf dem Boden liegen muss, habe sie sich dann die Jacke ausgezogen um sie unter sich auszubreiten. Es sei zum ungeschützten Sex gekommen, weil ihn das Kondom gestört habe. Lange habe der Geschlechtsverkehr nicht gedauert, die Frau sei davon nicht begeistert gewesen. Hinzu sei noch gekommen, dass sie wegen des fehlenden Kondoms ausgerastet sei und ihm gesagt habe, dass sei eine Vergewaltigung gewesen. Aus Frust habe er dann ihre Tasche mitgenommen und die Utensilien am Wegesrand entsorgt.

Eine Tasche sei ihm dann auch im März 2019 zum Verhängnis geworden. Der Inhalt: Überraschungseier für seine Kinder, die ihm ein Freund mitgegeben habe. Er sei bei der Fahrt mit dem Rad ständig mit der am Lenker baumelnden Tasche beschäftigt gewesen, als ihn plötzlich Polizeibeamte vom Rad gerissen und mit Handschellen gefesselt hätten. Der Vorwurf: Er soll vom Fahrrad aus einer Frau an den Hintern gefasst haben. Er habe sich gefühlt, wie ein ein flüchtiger Bankräuber oder ein Mafia-Pate, der in aller Öffentlichkeit von der Polizei „an die Wand gestellt“ werde. „Ich hatte eine Freundin, da packe ich doch nicht einer Frau vom Rad aus an den Hintern“, ließ der Angeklagte das Gericht wissen. Weitere Zeugen sollen gehört werden, am 18. November will die Kammer das Urteil verkünden.