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Langenfeld: Angst vor Emissionen

Langenfeld : Angst vor Emissionen

Der Bauverein Langenfeld errichtet an der Ecke Jahnstraße/Paulstraße ein Heizwerk, das mit Holzschnitzeln betrieben wird und eine neutrale CO2-Bilanz aufweist. Nachbarn fürchten Brandgeruch.

Nächste Woche wird am neuen Heizwerk des Bauvereins Langenfeld an der Ecke Jahnstraße/Paulstraße Richtfest gefeiert. "Wir liegen im Zeitplan", freut sich Hubertus Dedeck, der BVL-Vorstandsvorsitzende.

Mitte September soll die Heizanlage, mit der rund 800 Wohnungen primär mit regenerativer Energie (Holzschnitzel) beheizt werden, in Betrieb gehen, allerdings zunächst mit Öl oder Gas. Zwar ist die Absicht des BVL, eigene Wärme zu erzeugen, nicht nur durch RP-Berichte seit langem bekannt, aber offensichtlich hat erst der sichtbare Bau der Heizanlage mit den Außenmaßen eines Einfamilienhauses die Nachbarn in Langfort sensibilisiert.

Rolf Schreiber, Vorsitzender des Bürgervereins Langfort, bestätigt, "es gibt einzelne Bedenken wegen der möglichen Emissionen", konkret fürchten die Nachbarn, dass trotz der gefilterten Abluft "durch das Verfeuern von Holzschnitzeln Brandgeruch entsteht". Hubertus Dedeck vom Bauverein hat bislang von solchen Sorgen nichts gehört. "Es gab keine Reaktionen oder Fragen", sagt er. "Vielleicht auch, weil der BVL auf seiner Internetseite schon grundsätzliche Informationen zu dem Thema gibt." Der BVL selbst hatte sich vorher zumindest mit dem unmittelbaren Nachbarn abgestimmt. "Das DRK hat dem Vorhaben ausdrücklich zugestimmt."

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Michael Hüther vom städtischen Bauamt stellt klar, dass solche Bauten auch im reinen Wohngebiet zulässig sind, und dass sie keiner Genehmigung bedürfen. Dennoch habe der BVL Gutachten erbracht, zusätzlich erstellte in Abstimmung mit dem Kreis Mettmann der TÜV-Nord ein "Ausbreitungsgutachten", um die Höhe der Abgasanlage festzulegen. Über diese zwölf (statt der notwendigen zehn) Meter hohe Anlage wird über Zyklon- und Elektrofilter gesäuberter Wasserdampf abgeleitet.

"Auch wegen des in unmittelbarer Nähe der Anlage stehenden ,Hochhauses' Martinstraße 40, das in Westwindrichtung liegt, wollten wir keine Risiken eingehen", so Dedeck. Der BVL schließt nicht aus, dass bei den so genannten "austauscharmen Wetterlagen" im Umfeld der Geruch wahrnehmbar ist, der auch jetzt bei offenen Kaminen entsteht. "Die vielen offenen Kamine in Langfort sind für unsere BVL-Bewohner seit Jahren wahrnehmbar", ergänzt Dedeck. Weil das Heizwerk aber auch mit Gas und Öl geheizt werden kann, könnte auf eine solche besondere Situation durchaus reagiert werden.

Mindestabstände

"Es wird darauf ankommen, wie viel Öl oder Gas genutzt wird", erklärt Michael Nellen-Viehweger, zuständiger Schornsteinfeger. Ihm liegen die Pläne vor, er wird "prüfen, ob die in der Bundesimmissionsschutz-Verordnung genannten Mindestabstände eingehalten werden", woran er mit Blick auf die begleitenden Fachingenieure keinen Zweifel hat. Auch Schreiber ist guten Mutes. "Die CO2-neutrale Beheizung ist sinnvoll, neue Techniken sollten eine Chance erhalten".

(mmo)