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Monheim: Altstadtfunken erfinden Chipzählapparat

Monheim : Altstadtfunken erfinden Chipzählapparat

Wenn die Monheimer Altstadtfunken feiern, dann kann es schon mal schnell gehen mit dem Austausch von Bier durch Luft im Glas. Für die Kassierer bedeutet dies Akkordarbeit, denn die Funken und ihre Gäste müssen vor dem Prosit zum Portemonnaie greifen und Wertchips erwerben. Beim Schürefest am Kradepohl, das gestern zu Ende ging, hat den Männern am Biermarkenstand jetzt erstmals eine Maschine ihren verantwortungsvollen Dienst erleichtert.

"Der Apparat zählt immer fünf von den Chips ab und spuckt sie aus", freut sich Harald Staudt vom Kassiererteam. Konstruiert hat das Ding Rudi Kunz. Bei 10 000 Plastikmünzen, die bei unseren Festen im Umlauf sind, wäre eine Mechanik zum Abzählen nicht schlecht, dachte sich der Zeltbaumeister der Altstadtfunken. Und tüftelte los. Als Schreiner wählte er natürlich Holz als Grundstoff .

Dann frickelte er zu Hause so lange an seiner Erfindung herum, bis sie den Ansprüchen des Brauchtumsvereins genügte.

Beim Schürfest kamen ab Freitag die Kunz'sche Urfassung der Bierchipzählmaschine zum Einsatz sowie ein baugleiches zweites Exemplar. "Der Apparat hat sich voll bewährt; der Chipverkauf ging flüssiger voran als sonst", bilanziert Vereinssprecher Torsten Schlender die Weltpremiere. Und verriet auch gleich, wie die Altstadtfunken Fälscherbanden ein Schnippchen schlagen, die es auf ihre rote Fest-Währung abgesehen haben: "In die Beschriftung ist ein ,H' zuviel eingebaut." Dies nur zur Info für etwaige Falschmünzer, aber auch für gesetzestreue Bürger, die die Altstadtfunken angesichts ihres Plastikgeldes für Legastheniker halten.

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Wie der Umsatz so die Stimmung beim 17. Schürefest, das zwar nur alle vier Jahre stattfindet, dann aber richtig. Vom Eröffnungsabend bis zum gestrigen Sommerkarneval mit Et fussich Julche und anderen bühnenreifen Jecken waren laut Schlender alle Veranstaltungen im und am Festzelt bestens besucht.

"Der Gipfel war der Samstag mit mehr als 1000 Leuten. Da war es brechend voll, ohne dass wir jemanden wegen Überfüllung hätten abweisen müssen."

Stimmungshöhepunkt seien am Festzug-Sonntag De Räuber gewesen: "Die waren für eine Stunde gebucht, haben das Publikum und sich selbst aber so begeistert, dass es am Ende gut 90 Minuten wurden", berichtet Schlender. Positiv auch die Bilanz aus Ordnungshütersicht: "Bei aller Ausgelassenheit verlief alles friedlich." gut

(RP)