Altstadt Monheim: Biermanufaktur setzt unter neuer Führung auf regionale Angebote

Monheim : Biermanufaktur setzt auf regionale Angebote

Nachdem die Biermanufaktur (seinerzeit mit „c“) im April geschlossen hat, übernimmt nun Tina Gethmann das Lokal im Herzen der Altstadt.

Die Theke ist verrückt – rein räumlich. Auf den Tischen stehen Gläser und Kartons, einzelne Likörflaschen. Kabel liegen über Stühlen, führen bis in den kleinen Raum, wo die Handwerker gerade eine Wand mit Holz verkleiden. „Das sieht hier noch chaotisch aus“, sagt Tina Gethmann (39). Sie hat die Biermanufaktur von der Stadt-Entwicklungs-Gesellschaft (SEG) gepachtet, nachdem die vorherigen Pächter das Handtuch geworfen hatten. Wenn alles gut läuft will sie im Juni neu eröffnen.

Seit etwa 15 Jahren arbeitet Gethmann in der Gastronomie. Zuerst mit ihrem Ex-Mann im „Raphaels“, dann hat sie das Bistro im Edeka-Markt (Monheimer Tor) aufgebaut und sich vor zwei Jahren mit einem Catering-Service selbstständig gemacht. „Das werde ich auch weitermachen“, sagt sie. „Der Bedarf ist groß.“ Deshalb hat sie einen Küchenchef engagiert: „Siggi“. Siegfried Muth ist in Monheim nicht unbekannt. „Ein Urgestein“, sagt Gethmann. „Er hat schon im Vater Rhein und auch im Zollhaus 1257 gearbeitet. Er wird künftig saisonale Gerichte kochen mit regionalen Zutaten. „Ich lege Wert auf Qualität“, sagt Gethmann, und dazu gehört für sie, dass die Zutaten nicht aus industrieller Produktion kommen, sondern von handwerklichen Betrieben geliefert werden – wie etwa von der Hofmetzgerei der Marienburg

Es soll einen Mittagstisch geben  für bis zu acht Euro. Auf der Abendkarte werden vegane, vegetarische und rheinische Gerichte stehen, die auch als Tapas, also in kleinen Portionen, angeboten werden sollen, wie etwa der Brauhaus-Klassiker „Himmel un Ääd“. Die Preise gehen bis ungefähr 25 Euro hoch, zum Beispiel für ein Steak-Gericht.

Wichtig ist für Gethmann, dass die Gäste sich wohlfühlen. Deshalb gestaltet sie die Räume um, sucht Service orientiertes Personal und will selbst Zeit für ihre Gäste haben. „Persönliche Ansprache ist wichtig“, sagt sie. „Wir wollen unsere Gäste umsorgen und nicht einfach nur bedienen.“

Die Brauanlage wird bleiben. Ein Brauer, der ein neues Bier kreiert und herstellt, wird noch gesucht. Henning Barkey ist nicht mehr mit im Boot. „Vier Sorten werden wir aus dem Fass anbieten“, beschreibt Gethmann ihr Konzept. Darüber hinaus soll es Gerstensaft auch aus der Flasche geben. Wein – sie selbst ist großer Fan von Weinen – wird es aus der Rheinregion geben. Von lokalen Winzern. „Wenn man sich mit dem Thema regionale Produkte beschäftigt, wird man in allen Bereichen fündig. Es gibt viele gute Sachen“, sagt sie begeistert. Und das sollen auch ihre Gäste kosten können. „Sie können mal eben auf ein Bier, auf ein Glas Wein kommen. Werden aber auch mit kleinen und großen Gerichten versorgt.“

Geöffnet sein soll ab 12 Uhr. Montags ist Ruhetag. „Wir haben uns abgesprochen“, sagt sie mit Blick auf die anderen Wirte in der Altstadt. „Nur wenn wir alle öffnen, kommen die Leute auch“, ist sie überzeugt. Darüber hinaus habe jeder sein eigenes Angebot, aus dem Besucher sich das passende aussuchen können.

Den Eröffnungstermin im Juni hat die 39-Jährige bewusst gewählt. „Dann sind hier viele Veranstaltungen, angefangen mit dem Badewannenrennen“, sagt sie. „Selbst wenn das Lokal bis dahin noch nicht fertig sein sollte, wird es auf jeden Fall im Biergarten etwas zu essen und zu trinken geben“, kündigt die Powerfrau an, die auch morgens um fünf aufsteht, um ihre Kunden pünktlich mit dem bestellten Catering zu versorgen.

Altstadtwirt Bernhard Firneburg vom Pfannenhof freut sich auf die neue Nachbarin. „Tina Gethmann ist eine echte Bereicherung, weil sie ihr Handwerk versteht“, sagt Firneburg.

Mehr von RP ONLINE