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Langenfeld: Alte Fotos fürs Stadtarchiv

Langenfeld : Alte Fotos fürs Stadtarchiv

Der Umgang mit historischen Gebäuden ist heute Vormittag Thema bei der Mobilen RP-Redaktion. Für die gebürtige Langenfelderin Doris Herriger (80) steht fest, "dass in der Vergangenheit viel zu viele alte Häuser abgerissen wurden".

Die ehemalige Studiendirektorin hat jetzt dem Stadtarchiv drei Fotoalben voller Bilder vermacht, die sie in den vergangenen Jahrzehnten in Langenfeld aufgenommen und thematisch geordnet hatte.

 Aus Doris Herrigers
Aus Doris Herrigers Foto: Dieses Bild zeigt die Hauptstraße 1953 mit Blick in Richtung heutiger City . . .

"Das ist eine hervorragende Ergänzung unseres Bestands", sagt Bildarchivar Marco Klatt. Wertvoll sei vor allem die Fülle der Bilder aus dem Jahr 1988. "Zusammengenommen dokumentieren sie - Straßenzug für Straßenzug - das Stadtbild vor 24 Jahren. Auch das ist bereits Geschichte — und für unseren Archivbestand bedeutsam."

 . . . die gleiche Perspektive 1988 – mittlerweile ohne das Fachwerkhäuschen.
. . . die gleiche Perspektive 1988 – mittlerweile ohne das Fachwerkhäuschen. Foto: Herriger

Entstanden waren diese Bilder anlässlich einer Goldhochzeit, erinnerte sich Doris Herriger. "Um den Ehejubilaren ein persönliches Geschenk zu machen, bin ich damals mit meinem Fotoapparat durch die ganze Stadt gelaufen und habe Gebäude oder Straßenzüge geknipst." Das Geschenk sei gut angekommen, und sie selber hatte eine neue Leidenschaft. Weiterhin ging sie auf Motivsuche durch die Stadt, lichtete mal hier einen Bauernhof und mal dort eine Kirche ab. Die Aufnahmen ordnete sie dann nach Themenpunkten wie Verkehr, Landwirtschaft oder Religion.

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Archivleiterin Dr. Hella-Sabrina Lange strich bei der Durchsicht der Fotoalben den darin erkennbaren Blick für Veränderungen im Stadtbild heraus. "Da gibt es schöne Gegenüberstellungen von Häuserzeilen, zwischen deren Aufnahme teils mehrere Jahrzehnte lagen." Ein Beispiel seien die auf dieser Seite abgebildeten Ansichten von der Hauptstraße im Jahre 1953 beziehungsweise 1988.

Doris Herriger hängt nach eigenen Worten selber besonders an einem fast 100 Jahre alten Bild, das bei ihr zu Hause eingerahmt an der Wand hängt. Es zeigt ihren Großvater, den Metzgermeister August Lottner, vor seinem Fachwerkhaus an der Talstraße. "Dieses Haus steht dort heute noch", freut sich die 80-Jährige und trauert anderen historischen Gebäuden nach, die ihrer Ansicht nach allzu leichtfertig abgerissen wurden.

Das sieht auch der ehemalige Vize-Bürgermeister Manfred Stuckmann so, der bei seinen Verzällchentouren regelmäßig viele Geschichten zu alten Häusern von sich gibt und deren Wert fürs Stadtbild mit einem Zitat seines Großvaters unterstreicht: "Wer nicht weiß, wo er herkommt, weiß nicht, wo er hin will."

Und deshalb will Stuckmann nach eigenen Worten weiter darauf drängen, dass das vor dem Abriss stehende Felix-Metzmacher-Schulhaus doch noch unter Denkmalschutz gestellt wird.

(RP/rl)