1. NRW
  2. Städte
  3. Langenfeld

Langenfeld: "Airbnb" bleibt vorerst legal

Langenfeld : "Airbnb" bleibt vorerst legal

Andere NRW-Großstädte haben die tageweise Vermietung von Privatwohnungen eingeschränkt.

Düsseldorf ist angesichts enormer Zuzüge knapp und teuer. Verlockend ist es da, die eigenen vier Wände für Tage oder Wochen an Reisende oder Messegäste zu vermieten. Führende Plattform zur Vermittlung von Privatwohnungen für kurze Zeit ist die Internetseite Airbnb.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes werden derzeit 1.700 Wohnungen in Düsseldorf im Internet auf Airbnb zur Zwischenmiete angeboten. Allerdings gibt es mit Wimdo oder 9flat noch weitere Anbieter. Die Gefahr, die Kritiker sehen, ist die Vermischung von echten Privatvermietern und Gewerblichen, die so die Zahlung von Gewerbe- oder Umsatzsteuer umgehen. Außerdem wird mit Sorge gesehen, dass durch die hotelähnliche Nutzung Wohnraum für Mieter verloren geht.

Einige Großstädte haben daraus bereits Konsequenzen gezogen. Dortmund hat die so genannte Zweckentfremdung bereits im Jahr 2012 per Satzung verboten, Bonn zog im Juli 2013 nach. Köln, mit 3400 Angeboten bei Airbnb eine Hochburg, verbot die Zweckentfremdung im Juli 2014.

Und im März 2015 zog Münster nach. Düsseldorf ist also eine der wenigen NRW-Metropolen, die die Zwischenvermietung von Wohnungen nicht einschränkt.

  • Das Düsseldorfer Rathaus in der Altstadt.
    Corona-Pandemie : Ämter in Düsseldorf - Publikumsverkehr stark eingeschränkt
  • Die Plattformen müssen die Infos nun
    Airbnb und Co. : Gericht bestätigt Informationsrecht der Stadt Köln bei privaten Unterkünften
  • Die Spielplätze und Freiflächen in der
    Immobilien in Düsseldorf : LEG baut in Garath neue Wohnungen

2015 debattierte zwar der Wohnungsausschuss des Stadtrats über diese Möglichkeiten, doch das geriet wieder in Vergessenheit.

Mietervereinsvorsitzender Hans-Jochem Witzke würde ein solches Zweckentfremdungsverbot begrüßen. "Es kann nicht sein, dass 1700 Wohnungen dem Markt entzogen werden. Außerdem verhindert ein Zweckentfremdungsverbot auch die Umwandlung von Wohnungen in Büros", sagt Witzke. Auch SPD-Vorsitzender Andreas Rimkus hat Sympathien für ein Zweckentfremdungsverbot.

"Allein bringt es wenig, aber im Bündel mit anderen Maßnahmen wie der Mietpreisbremse ist es sinnvoll", sagt der Bundestagsabgeordnete. SPD-Wohnungsexperte Matthias Herz ergänzt: "Man muss das Maß der Zeckentfremdung allerdings beachten." Ein leerstehendes Kinderzimmer zu vermieten sei sicherlich kein Problem.

(tb.)