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Sammler aus Leidenschaft: Afrika-Souvenirs zieren seine Wohnung

Sammler aus Leidenschaft : Afrika-Souvenirs zieren seine Wohnung

Horst Küppers aus Langenfeld hat von seinen Afrikareisen hunderte Andenken mitgebracht.

Insgesamt 26 Nationen Afrikas hat Horst Küppers bereits mit dem Auto durchquert und sammelte dabei bis heute fleißig die verschiedensten Souvenirs dieses Kontinents. Doch was bei anderen Heimkehrern gerade mal ein Regalbrett ziert, schmückt bei dem 80-Jährigen die gesamte Wohnung: Fast wie in einem Museum stehen und hängen dort diverse afrikanische Handarbeiten auf dem Boden und an den Wänden.

Er reiste stets mit seiner Frau, nahm zum Teil auch Freunde mit und organisierte gewissenhaft den Ablauf sowie die einzelnen Stationen seiner Touren. Denn es ging quer durchs Land, selbst in die entlegensten Gebiete des Kontinents über alte Straßen, wie zum Beispiel die Bidon-Piste - damals von den Franzosen erbaut.

"Dort stehen, wie der Name bereits andeutet, zur Markierung Benzinfässer am Fahrbahnrand, an die wir uns stets gehalten haben," erklärt der Reiseerfahrene. "Man kann sich das als Europäer gar nicht vorstellen," sagt er, "aber die Pisten gehen oft mehrere Kilometer breit durch die kargen Landstriche und wer sich nicht an die Markierungen hält, der verliert sich.

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Auch an der so genannten Hoggar-Piste, die durch das gleichnamige Gebirge führt, stehen zur Markierung sowohl für Touristen und Entdecker als auch für Einheimische alle zehn Kilometer Eisenstangen. Verirrt haben sie sich dadurch nie und so ging es entlang der holprigen Straßen Afrikas auf Erkundungstour. Diese dauerten immer zwischen vier und zehn Wochen und lagen stets im deutschen Winter, wenn in seinem Malerbetrieb nicht so viel zu tun war. "Ich konnte mich auf meine Jungs verlassen und dann beruhigt fahren", erzählt der Malermeister.

Auf den ersten Reisen nahm er zunächst "alles mit, was er an Souvenirs erwerben konnte", sagt der jetzige Ruheständler. Das waren hauptsächlich handgefertigte Masken, Trommeln, Speere und Schmuck. Schon bald beschränkten sich seine Frau und er jedoch auf Messer der verschiedenen Stämme, die, wie er erklärt, ähnlich unseren unterschiedlichen Wappen, alle unterschiedlich verziert sind. Er und seine Frau traten stets nur zu zweit und nicht als große Reisetruppe auf, und so gewannen die Ureinwohner allmählich Vertrauen in die Touristen, welche ihnen ein paar ihrer Messer abkaufen wollten: Nachdem diese erst gar keine Gegengeschenke annehmen wollten, kam es schließlich zu einem regen Austausch von Geschenken" erzählt der Langenfelder.

Seitdem fahre er immer vor seiner Reise zum örtlichen Uhrmacher und so tragen vermutlich nun alle seine afrikanischen Tauschpartner deutsche Uhren am Handgelenk. "Hinter jedem Sammlerstück steckt eine kleine Begebenheit", sagt er und muss schmunzeln, als er ein Gefäß auf dem Küchentisch zeigt, das seine Frau durch "ein bisschen Shakern mit den Marktfrauen" doch noch erwerben konnte.

Auch größere Objekte hat der ehemalige Kutschensammler bereits mit dem Auto nach Deutschland transportiert: Eines seiner außergewöhnlichsten Stücke ist eine Bank "aus einem Holzstück geschnitzt", sagt er. Auf ihr haben traditionell die Kinder beim Beschneidungsritual gesessen. Dementsprechend ist sie mit hölzernen Jungen- und Mädchenfiguren in der typischen Beschneidungspose gearbeitet. Die Armlehne hat die Form eines Frosches, "dem Symbol der Fruchtbarkeit", erläutert er.

Doch auch andere Möbelstücke zeigt Küppers in seinem Zuhause und wieder entlockt ihm der Anblick der Stühle ein Lächeln. Er hat sie in einem entlegenen Dorf erworben. "Die waren vielleicht erstaunt, als ich sagte, dass wir uns für die Stühle interessieren, auf denen sie gerade selbst saßen."

Es waren einiges Verhandlungsgeschick nötig, damit die Küppers' die Objekte ihrer Begierde in Besitz nehmen konnten. Für den Erwerb von zwei Kinderhöckerchen musste er richtiggehend tricksen, denn die Eingeborenen reagierten zunächst verwundert: "Da bist du doch zu groß für", sagten sie. Also zeigte er ihnen einfach ein Foto seiner Kinder und so händigten sie ihm die Möbelstücke aus.

Der Pensionär hat noch weitere Reisen nach Afrika geplant, von denen seine Frau stets Bücheralben gestaltet. Er will nun - aufgrund der kritischen politischen Lage in großen Teilen des Kontinents - südliche Länder, wie Botswana oder Namibia erkunden.

(RP)