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Langenfeld: Ärger um zu hohe Parkgebühren an Klinik

Langenfeld : Ärger um zu hohe Parkgebühren an Klinik

Wegen der Schließung der Monheimer St. Josef-Klinik diesen Sommer macht sich das Benrather Sana-Krankenhaus Hoffnungen auf mehr Patienten aus der Nachbarstadt. Bislang hat das auch ganz gut geklappt. Weil das weiter so bleiben soll, musste die Klinikleitung nun ganz schnell auf Beschwerden wegen exorbitanter Parkgebühren reagieren.

Johannes Grüner hatte am Morgen des 2. Oktober die Zentralambulanz im Sana aufgesucht. Seinen Wagen hatte der Monheimer auf dem seit 1. Oktober bewirtschafteten Parkplatz hinter dem Krankenhaus abgestellt. Von der Zentralambulanz wurde er auf eine Station eingewiesen, die Grüner erst am Abend des 4. Oktober wieder verlassen konnte.

Als er dann sein Parkticket bezahlen wollte, fiel er aus allen Wolken: 115 Euro musste er zähneknirschend berappen. "Dafür hätte ich an der Uniklinik mehr als sechs Wochen parken können", meldete er sich erzürnt bei der Rheinischen Post. Inzwischen hat Grüner auch die Nachricht von der Sana-Geschäftsleitung erhalten, dass er die gesamten Parkgebühren rückerstattet bekommt: Damit sei der Fall für ihn erledigt, sagte Johannes Grüner. Ob er nochmal nach Benrath geht, wenn ihn gesundheitlich der Schuh drückt? Das wird er sich wohl genau überlegen, denn so richtig glaubt er nicht an die Gründe, die man ihm mitgeteilt hat. Da man in der Klinik zum 1. Oktober ein wenig im Hauruck-Verfahren das bezahlte Parken – übrigens auch für die eigenen Beschäftigten – eingeführt hatte, ging dabei der ein oder andere wichtige Punkt unter. So gibt es nun erst seit Grüners Beschwerde handgedruckte Zettel, die auf die Höhe der Parkgebühren hinweisen.

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Auf dem Besucherparkplatz vorne kostet die Stunde ein Euro, auf dem Wirtschaftshof für die Mitarbeiter sogar zwei Euro die Stunde, erklärt Tino Kessler. Bislang gibt es allerdings weder einen Nacht- noch einen Wochentarif. Allerdings, sagt Grüner, selbst wenn an der Einfahrtsschranke der Hinweis angebracht gewesen sei, bezweifelt er, ob er ihn realisiert hätte: "Wenn man mit Schmerzen zur Zentralambulanz fährt, ist man logischerweise mit anderen Dingen beschäftigt."

Eines ist Sana-Sprecher Tino Kessler wichtig: "Alle Patienten, die in den vergangenen Tagen ähnlich hohe Parkgebühren gezahlt haben, sollen sich bei uns melden. Die Kosten werden wir umgehend erstatten." Offiziell beschwert hätten sich bislang zwei Betroffene. Um motorisierte Patienten nicht zu vergrätzen, will man im Benrather Sana aus diesem Fall nun schnell Konsequenzen ziehen. Für Johannes Grüner ist die Düsseldorfer Uni-Klinik ein positives Beispiel: Das Tagesmaximum für Parkgebühren beträgt dort zehn Euro, das Wochenticket ist für 30 Euro zu haben, zwei Wochen kosten 40, drei Wochen 50 Euro.

(RP)