Monheim: Abenteuerspielplatz hat neues Konzept

Monheim : Abenteuerspielplatz hat neues Konzept

Heute beginnt der offene Betrieb. Natur- und Umweltpädagogik runden das Angebot auf dem neu gestalteten Areal ab.

Begonnen hat alles mit ein paar Holzbrettern und ein bisschen Werkzeug. Kinder sollten in den Ferien einen Ort haben, an dem sie unter Aufsicht Sägen, Hämmern und Werken können, bis eine eigene Holzhütte steht. Anfangs war der Abenteuerspielplatz an der Kapellenstraße nur ein Ferienangebot für kleine Baumeister. Das ist mehr als elf Jahre her. Inzwischen ist aus dem Provisorium eine Institution mit festem Standort geworden. Das Programm soll in Zukunft zudem facettenreicher werden - und über das bloße Handwerken für Kinder hinaus gehen.

Das ist unter anderem die Aufgabe von Frank Gennes. Der 47-Jährige arbeitet ab sofort als pädagogischer Leiter auf dem Abenteuerspielplatz. Darüber hinaus ist er Stadtbeauftragter für Monheim im Naturschutzbund. "Wir wollen unser Angebot durch einige Umwelt- und naturpädagogische Projekte ergänzen", meint Andrea Stamm, Vorsitzende des Vereins Abenteuerspielplatz Monheim. Der Verein zählt zur Zeit etwa 50 Mitglieder und betreibt den Spielplatz.

Gennes hat bereits einige Ideen, wie er dem Nachwuchs über den Hüttenbau hinaus Zusammenhänge in der Flora und Fauna vermitteln kann. "Es wäre zum Beispiel denkbar, dass ich mit den Kindern Insektenhotels oder Nistkästen baue", sagt der Umweltpädagoge. Ebenfalls angedacht seien gemeinsame Ausflüge an das Rheinufer, das Anpflanzen von Gemüse und Kräutern oder kindgerechte Vogelbeobachtungen.

"Inhalt und Umfang der zukünftigen Angebote müssen wir noch entwickeln", meint Gennes. Alles laufe dabei auf freiwilliger Basis. "Der Abenteuerspielplatz soll schließlich keine VHS für Kinder werden. Der Schwerpunkt wird weiterhin der Bau von Holzhütten sein." Es gehe viel mehr darum, das bisherige Angebot abzurunden und dabei "ein Bewusstsein für ökologische Zusammenhänge" zu vermitteln.

Eine kleine Zinkwanne hat Gennes bereits auf dem Gelände platziert - als "Anschauungsmaterial", wie er es umschreibt. Verschiedene Assel- und Schneckenarten tummeln sich in dem Mini-Biotop. Neben der Projektentwicklung ist die Kontakt- und Netzwerkpflege eine wichtige Aufgabe des pädagogischen Leiters. Die bereits laufenden Kooperationen mit Grundschulen sollen ebenfalls ausgebaut werden.

Quasi als Geschenk zum zehnjährigen Bestehen des Abenteuerspielplatzes kam der feste Standort. Das rund 1300 Quadratmeter große Areal zwischen Schützenhaus, Reitanlage und Freilichtbühne ist ein Quantensprung für den Verein. Neben den lang ersehnten sanitären Anlagen gibt es nun Strom, fließendes Wasser, eine große überdachte Fläche, Garagen für Werkzeuge sowie einen beheizbaren Bauwagen und eine Küche.

"Das ermöglicht uns den ganzjährigen und wetterunabhängigen Betrieb - zum Beispiel auch im Winter", meint Stamm. Rund 380 000 Euro sind in den neuen Standort geflossen. Rund zwei Drittel der Summe kamen aus Landesmitteln. Der Abenteuerspielplatz ist Teil des geplanten Landschaftsparks Rheinbogen. "Der Platz ist wirklich schön geworden", freut sich Corinna Hartmann aus dem Vorstand des Betreibervereins. "Das Gelände eignet sich gut als außerschulischer Lernort. In Kombination mit den Holzarbeiten ergeben sich viele interessante Möglichkeiten für die Kinder."

(arod)