Monheim: Aalschokker für Baumberg wird jetzt restauriert

Monheim : Aalschokker für Baumberg wird jetzt restauriert

Ein Schlepper brachte das künftige Museumsschiff von Neuss nach Krefeld. Von dort ging es weiter nach Oranienburg.

2000 Euro hat die Stadt Monheim für einen alten Aalschokker aus Neuss hingelegt. In den kommenden Monaten wird die "Fiat Voluntas", Baujahr 1937, aufgemöbelt und umgebaut, ehe sie im Herbst auf dem Parkplatz Klappertorstraße als "Landmarke" dienen soll und später als "Museum" zum Baumberger Fischfang. Mehrere Millionen Euro lässt sich die Stadt die neue Station der "MonChronik" kosten. Jetzt galt es aber erst einmal Abschied zu nehmen von der "Fiat Voluntas" im Neusser Sporthafen.

50 Jahre lang war das Schiff in diesem Hafen beheimatet. Er habe sich beim Abtransport gefühlt wie bei einer Beerdigung, schließlich sei das Schiff ein Wahrzeichen des Hafens gewesen, berichtet Franz-Josef Schäfer, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Neusser Wassersportvereine. Er könne sich noch daran erinnern, wie der Fischer Wilhelm Wirtz mit dem Aalschokker fischte. "Dazu wurde das nicht motorisierte Boot aus dem Hafen herausgeschleppt und in der Fangposition verankert. Über Seilzüge hat man sich tagsüber in die geschützte Position zwischen den Buhnen zurückgezogen, um den Schiffsverkehr nicht zu behindern", erinnert sich der Sohn, Willi Wirtz jun. Nur nachts konnte man sich in die Fahrrinne hinauswagen. Der Landschaftsverband Rheinland habe dies auch mit einem Film dokumentiert, sagt Schäfer. Vor 25 Jahren sei die "Fiat Voluntas" auch mit LVR-Mitteln restauriert worden. Zuletzt habe sie aber einen traurigen Anblick geboten. Der jetzige Eigentümer habe sie einmal erfolglos der Stadt Neuss zum Kauf angeboten.

Auch das Schiff scheint sich schwer getan zu haben, sich vom Neusser Heimathafen zu trennen. Zunächst ließ sich der Anker nicht hochholen, berichtet Schäfer. "Einerseits ist es traurig, andererseits habe ich auch das gute Gefühl, dass es weitergeht", sagt Wirtz jun, der von einem Ruderboot aus einen letzten Gruß hinüberschickte. Weil der Wasserstand des Rheins noch nicht genügend hoch war, musste das Schiff erst aus dem Hafenbecken auf den Strom geschleppt werden, bis der Schleppkahn "Huckingen" es längsseits nehmen konnte. Diese Transportmethode habe das Wasser- und Schifffahrtsamt vorgeschrieben. Nächstes Ziel war der Krefelder Hafen, wo der Aalschokker auf einen Lkw zum weiteren Transport nach Oranienburg nördlich von Berlin verladen wurde. Auf der dortigen Malz-Werft wird das Schiff für Monheim restauriert.

(RP)